Stiv zog mich weiter. „Komm Sharon, höre nicht hin! Dieser Abschaum ist nicht der Nabel der Welt. Wir sollten schauen, dass wir hier weg kommen!“
Wir schafften es aus dem Fort, obwohl die Pfeile und Kugeln um uns schwirrten. Ich sah, wie Selene aus der Hüfte feuerte. Die schöne Vampirfrau erledigte mindestens vier Wölfe, was mir Respekt abnötigte. Katies blanker Po strahlte in der einbrechenden Dunkelheit. Man sah deutlich, dass sie einiges hintendrauf bekommen hatte. „Wegen diesem Mistkerl hab ich mein hübschestes Höschen geopfert!“, fluchte sie. Katie brachte immer einen coolen Spruch, wofür ich sie liebte. Wir schafften es in den Wald, ohne nennenswerte Verluste zu beklagen. Trotzdem wusste niemand, wie es weiter ging. Die Ältesten gehörten zu den ranghöchsten Dämonen. Sollten sie über Stivs Schicksal entscheiden, hing unser aller Existenz davon ab. Würde der oberste Meister den Daumen senken?
Candara war schwer einzuschätzen. Ich kannte ihn nur aus Erzählungen, die an Legenden gemahnten. Candara war einst einer der ersten Vampire. Er wurde vor Christi Geburt verwandelt, und mutierte im Laufe der Jahrtausende zu einem der stärksten Geschöpfe der Dunkelheit. Candara stand dem obersten Gericht vor, das über jeden Dämon das Urteil sprechen konnte. Candara besaß sogar mehr Einfluss als Janosz, der zu den gefallenen Engeln gehörte. Candara verkörperte die Dunkelheit, die aus jeder Faser seines Körpers hervortrat. Stiv kannte ihn, wenn auch nur oberflächlich. Wir bekamen Angst, ein jeder aus unserem gottverdammten Clan. Die Werwölfe gaben vorerst auf, indem sie uns nicht länger verfolgten. Ich setzte mich neben Jimmy, als wir uns eine kleine Ruhepause gönnten.
„Was geschieht nun, Jim? Wird dieser Janosz über unser Schicksal entscheiden? Ich habe Angst!“
Jimmy legte seinen Arm um mich. Er streichelte mich, indem er mir sanft über meinen Rücken fuhr.
„Ich weiß es nicht, Sharon!
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