Ich hörte einen langen Seufzer. „Jetzt komme ich mir vor wie die Frau neulich“, meinte die helle Stimme. „Welche Frau?“, fragte die dunkle. „Bei dieser besonderen Party.“ - „Was war daran so besonders?“, wollte die dunkle Stimme wissen. „Es war eine Sexparty!“ - „Und was machte die Frau dabei?“ - „Sie hing nackt gefesselt zwischen Seilen eingespannt, ihre Schenkel waren weit gespreizt und ihr nackter Körper war den Blicken der Umherstehenden ausgesetzt. Ein Kerl war so erregt, dass er sogar seinen Samen auf sie gespritzt hat, so wie du jetzt auch; und zuletzt trat ein Mann an sie heran und züchtigte sie mit einer Rute, bis sie aufschrie, nicht vor Schmerz, sondern in einem wollüstigen Orgasmus.“
„Irene, beim Erfinden solcher Geschichten gehst du zu weit. So masochistisch kann eine Frau gar nicht sein!“ - „Doch, frag deine Frau! Sie war dabei.“ - „Nora war dabei?“ - „Ja, und sie war die gefesselte Frau.“
Ich hörte ein Aufstöhnen der dunklen Stimme, durchmischt von Wimmern und Seufzen der hellen. „Wie hart er geworden ist. Nimm mich jetzt!“, bat die helle Stimme. Die Geräusche aus der Nachbarkabine waren eindeutig: Zwei nackte Körper klatschten heftig aufeinander. „Ja so ... Ich komme jetzt! …“ Dem röhrenden Brüll der dunklen männlichen Stimme folgte ein kurzer Aufschrei der weiblichen, danach eine anhaltende Stille.
Ich vernahm aus der Nachbarkabine Geräusche umhergehender Schritte. „Wenn du das nächste Mal so eine Erotikgeschichte erzählst, bitte ohne Nora! Dann könnte man sie fast glauben.“ Es folgten schmatzende Laute, erst jetzt kehrte Ruhe nebenan ein. - Auch meine neugierige Erregung klang allmählich ab; endlich fand ich Schlaf.
Am nächsten Morgen eilte ich gleich nach der Morgentoilette zum Frühstück ein Deck tiefer. „Sie haben die Premiumklasse gebucht“, empfing mich überfreundlich ein Steward in weißem Livree und hielt mich am Arm einen Augenblick zurück.
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