Als ich dann endlich, fast eine Dreiviertelstunde verspätet, in unsere Straße einbog, sah ich den Lieferwagen des Küchenstudios vor unserem zu Hause stehen. Es schien also zu klappen mit der Lieferung, stellte ich erleichtert fest. Ich parkte den Wagen, ging durchs Treppenhaus nach oben und schloss unsere Wohnungstür auf. Ich lauschte. Was ich hörte, war das, was ich erwartet hatte zu hören. Das Surren eines Akkuschraubers und kurz darauf Schläge eines Hammers. Ich hielt kurz inne und musste lächeln. Hatte ich insgeheim mit anderen Geräuschen gerechnet oder sogar darauf gehofft?
Ich stellte meine Tasche ab, hängte meine regennasse Jacke an der Garderobe auf und ging Richtung Küchentür. Langsam öffnete ich die Tür. Hielt dann inne. Was ich sah verursachte eine Art Schockstarre in mir. Ganz kurz nahm ich einen Mann in einer verschlissenen Jogginghose war. Seinen Kopf konnte ich gar nicht sehen, nur seinen offensichtlich muskulösen Körper. Er lag auf dem Boden. Sein Kopf steckte in einem der unteren Küchenschränke. Wieder war der Akkuschrauber zu hören. Doch das war es natürlich nicht, was mich erstarren ließ. Es waren die anderen beiden Personen, die sich noch in der Küche befanden. Meine Freundin und Kim Bender. Kim, sie war wieder da und trug einen kurzen Rock, den meine Freundin nach oben geschoben hatte. Ihre rechte Hand bearbeitete ganz offensichtlich Kims teilrasierte Muschi während sich die beiden Frauen leidenschaftlich küssten. Der Monteur schien von alle dem nichts mitzubekommen. Wieder surrte der Akkuschrauber los. Es war ähnlich wie bei unserem ersten Zusammentreffen mit Kim in unserer Wohnung. Ich war wieder hin- und hergerissen zwischen purer Eifersucht und grenzenloser Geilheit. Von einem Augenblick auf den nächsten, in Sekundenbruchteilen. Doch dieses Mal gewann die Geilheit noch viel schneller die Oberhand im Kampf der Gefühle. Jedenfalls zunächst einmal.
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