Die nächsten beiden Tage konnte ich an nichts anderes denken und wurde im Traum von meiner Sirit überrascht, hochrot im Gesicht, sich an unserer Couch festkrallend und von einem unwahrscheinlich energiegeladenen Stephen geknallt, wieder und wieder. Dann war der Abend da. Sirit und ich hatten nach unserem Sexgeflüster das Thema „andere Männer“ nicht nochmals angesprochen und das Ganze auf sich beruhen lassen. Wir kannten aber nun voneinander unsere innersten, geheimen Fantasien. Sirit hatte davon fantasiert, dass dieser Stephen sich „in sie schieben könnte“, wie sie sich auszudrücken gepflegt hat. Sirit war somit offen für Sex zu dritt respektive zu zweit, aber in meiner Anwesenheit. Sie würde nichts dagegen haben, wenn ich zusah.
Dann klingelte es. Sirit war eine routinierte Gastgeberin, der Apérol Spritz glitzerte verführerisch, die an Zahnstochern aufgespießten Oliven, das Käseplättchen, das frische Brot und die perfekt gedimmte Beleuchtung taten den Rest, um Stimmung zu zaubern. Stephen erwies sich als fröhlicher, wenn auch nicht besonders gebildeter Gesprächspartner. Er nervte sich etwa über Frauenfußball, dabei außer Acht lassend, dass Frauen nicht nur spieltechnisch, sondern auch, was ihr Verhalten auf dem Fußballfeld anging, die Männer in den Schatten stellten. Es würde Jahrzehnte dauern, bis die FIFA sich dieser Tatsache bewusst wurde... hinzu kamen die vielen Kreuzband-Verletzungen der Frauen, der Tatsache geschuldet, dass für sie kaum spezifische Fußballschuhe hergestellt werden – ein absolutes orthopädischer Verbrechen.
„Fußball ist doch einfach Männersache“, behauptete Stephen, und beinahe wäre die Stimmung gekippt. Denn zu diesem Thema wusste ich Sirit an meiner Seite. Ich liebe Frauenfußball über alles. Dann setzte sich Sirit zwischen Stephen und mich und verschränkte die Hände hinter ihrem Nacken. „Na, Ihr beiden?
Dem Candaulismus verfallen
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Dem Candaulismus verfallen
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