Der Aufstand

Ob das gut geht? – Teil 24

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Der Aufstand

Der Aufstand

Jo Diarist

Nicht, dass ich geschrien hätte, aber in solchen Momenten hat meine Stimme eine Schärfe, die ein japanisches Schwert nicht hat. Dazu noch mein Gesichtsausdruck, der selbst Lisa den Kopf einziehen lässt.
Julia und Torben kommen hinzu. Torben mit einem Eimer in der Hand und Julia die Autowaschbürste und bevor ich drei sagen kann, schwingt sich Tom vom Autodach.
Julia drückt ihm die Bürste in die Hand und raunt:
„Komm, mach das, wir helfen dir auch.“
„Er macht das alleine!“, fauche ich.
Ohne ein Wort zieht sich Julia zurück, nimmt Torben bei der Hand und gesellt sich zu Lisa.
„Wasser dürft ihr ihm bringen, aber mehr auch nicht!“, lege ich noch fest und gehe ins Haus.
Ich brauche Abstand, um runterzukommen, und setze mich auf die Bank neben der Flurgarderobe.
Aus der Heizung höre ich das Quietschen des Wasserhahns, dazu die verunsicherte Stimme von Tom:
„Das hätte er doch nie gemacht …“ Den Rest verstehe ich nicht, weil jemand den Eimer scheppernd abstellt.
„Ich würde es nicht drauf anlegen. Vor allem nicht, wenn er so drauf ist“, höre ich Julias Erklärung.
Lisa kommt zur Haustüre herein, sieht mich verunsichert an und fragt:
„Magst du mit mir reden?“
Ich nicke und folge ihr in die Küche.
„Hättest du das wirklich gemacht?“, fragt sie, nachdem wir uns an den Küchentisch gesetzt haben.
Ich atme tief durch.
„Bisher war es nie nötig, solche Drohungen umzusetzen. Meine Blicke und Worte haben immer gereicht. Es gab bei meinen Kindern auch höchstens mal ein, zwei verhaltene Klatscher auf den Po, wenn sie es gar so sehr übertrieben haben. Ob ich mir das bei Tom getraut hätte, weiß ich nicht. Er ist nicht mein Kind und ich bin froh, dass ich nicht in Zugzwang kam.“
„Tom ist kein schlechter Junge. Er ist nur überfordert mit der derzeitigen Situation und findet seinen Platz noch nicht.

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