Der Aufstand

Ob das gut geht? – Teil 24

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Der Aufstand

Der Aufstand

Jo Diarist

Allerdings hat Tom schon immer eine starke Hand gebraucht, die ihm Bernd nicht gegeben hat und ich mehr schlecht als recht.“
Lisa blickt mir in die Augen.
„Du hast vorhin nicht nur ihm Angst gemacht. Auch ich war nicht wenig erschrocken, denn so kenne ich dich nicht. Passiert das öfter bei dir?“
„Nein, nur ganz selten.“ Ein tiefer Atemzug entringt sich meiner Brust. „Meist dann, wenn ich mit der Situation überfordert bin. Dann braucht der Überdruck in mir ein Ventil und das sind bisher nur scharfe Worte gewesen. Ich brauch dann ein Stück, um runterzukommen, und jetzt ist es auch schon wieder vorbei.“
„Ich werd’s ihm dann erklären“, bietet Lisa an.
„Nein, ich muss mit ihm reden.“ Lisa blickt mich skeptisch an. „Keine Angst, nicht mit Vorwürfen. Aber wie soll er mich akzeptieren, wenn ich dich vorschicke.“
Wir schweigen uns an. Jeder hängt seinen Gedanken nach. Ganz sacht legt sich Lisas Hand auf meine.
„Ich hab’s mir einfacher vorgestellt“, gesteht sie. „Wir harmonieren ja recht gut, auch wenn es ein, zwei Sachen gibt, über die ich mal mit dir reden muss, aber die Kinder geht es schon hart an. Klammert deine Julia immer noch so? Ich trau mich gar nicht in die Stube, bevor sie in ihrem Zimmer ist.“
„Nein, seit zwei Wochen nicht mehr. Torben kam mal dazu als sie gerade so an meinem Hals hing, da hat sie dann sofort abgebrochen und seither will sie das Ritual nicht mehr. Ich hab so den Eindruck, die zwei verstehen sich sehr gut.“
„Fast ein bisschen zu gut finde ich“, sagt Lisa nachdenklich. „Wenn ich sehe, wie sich die zwei manchmal anblicken … dann mach ich mir schon Gedanken.“
„Ist doch gut. Sie geben sich gegenseitig Halt, was ist daran so schlecht.“
„Hallo, sie sind vierzehn und zwölf. Ein bisschen Jung, meinst’e nicht.“
Es dauert, bis bei mir ankommt, was sie damit sagen will.

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