Der Aufstand

Ob das gut geht? – Teil 24

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Der Aufstand

Der Aufstand

Jo Diarist

„Du meinst … neee … Julia doch nicht … die ist doch noch Kind.“
„Wann hast du dir deine Tochter das letzte Mal richtig angesehen“, beginnt Lisa schmunzelnd. „Du siehst sie vielleicht immer noch als Kind, aber ihre Brüste wachsen und vor zwei Wochen hab ich beim Wäschewaschen Blut in ihrem Slip gefunden. Als ich mir dann den Abfall aus dem Bad näher angesehen habe, fand ich blutige Binden, die nicht von mir waren, denn meine Regel war da schon lange durch.“
Mir bleibt die Luft weg. Meine kleine Julia, die noch vor ein paar Jahren auf meinen Schultern geritten ist? Die, die noch vor Wochen ihren Papa geklammert hat wie ein Kleinkind? Das kann doch nicht sein.
„Denkst du wirklich … ich meine … verliebt in dem Alter?“
„Wann hast du dich zum ersten Mal für ein Mädchen interessiert?“, kontert Lisa.
„Also nicht mit zwölf. Vielleicht so mit vierzehn, fünfzehn. Vorher waren das nur kichernde Zicken für mich.“
„Torben ist vierzehn, mein Guter“, stellt Lisa kopfschüttelnd fest.
Jetzt muss ich schlucken und manche Momente, die ich bei den beiden anders interpretiert habe, lassen mich Lisas Gedanken verstehen.
„Was machen wir jetzt?“, frage ich unsicher.
„Nicht mit der Tür ins Haus fallen. Bei einer günstigen Gelegenheit sachlich mit ihnen reden, würde ich sagen. Und mit sachlich meine ich, nicht irgendetwas verbieten, denn verhindern könnten wir es sowieso nicht. Aber ihnen bewusst machen, wie alt sie sind und was passieren könnte.“
„Ohh, du denkst doch nicht etwa …?“
Mir bleibt die Luft weg bei dem Gedanken.
„Ich denke gar nichts. Ich will bloß nicht, dass sie unvorbereitet in was hineinstolpern.“

Wir unterhalten uns noch ein ganzes Stück über dieses Thema und andere Alltagsprobleme, als mir einfällt, dass sie von Sachen sprach, die sie mit mir klären wollte.

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