Tom wirkt immer noch verunsichert und trotz der Wärme im Raum, hat sich das Zittern nicht verloren.
„Ich akzeptiere, dass du deinen Freiraum brauchst“, fahre ich fort. „Genauso verstehe ich auch, dass du mir die Schuld gibst, dass ihr nicht mehr im gewohnten Umfeld lebt. Vermutlich würde ich an deiner Stelle genauso reagieren, aber bitte gib mir die Chance, dir zu zeigen, dass ein gutes Zusammenleben möglich ist.“
Fragend blicke ich ihn an. Sein inneres Beben scheint sich zu beruhigen, obwohl er mir noch nicht in die Augen sehen kann.
„Dass ich vorhin so ausgerastet bin, lag daran, dass ich keinen Zugang zu dir finden konnte. Mit dem – sagen wir einmal unkonventionellen Protest – von dir, hast du mir die Möglichkeit genommen, den Grund dafür zu ergründen. Würdest du ihn mir jetzt verraten?“
Die Mauer scheint zu bröckeln. Tom wendet sich mir zu und beginnt mit zaghafter Stimme, sich vieles von der Seele zu reden. Ich erfahre, dass er sich einsam fühlt, weil ihm seine Freunde fehlen. Er vermisst sein Fußballtraining, weil er nicht weiß, wie er zu der Zeit in die Stadt kommen soll und noch einiges mehr.
Wir suchen gemeinsam Wege, um seine Probleme zu beseitigen. Bei allen gelingt es nicht auf Anhieb, aber beim Fußballtraining hätten wir schon von Beginn an eine Möglichkeit gehabt, wenn er mit mir geredet hätte. Ein Freund von mir aus dem Nachbardorf ist der Trainer der Jugendmannschaft und der wird ihn sicher mitnehmen und wieder hier absetzen.
Wir stellen fest, dass wir miteinander reden können, und gehen nach über einer Stunde erleichtert auseinander.
Gerade das mit dem Training ärgert mich ungemein, weil ich nichts davon wusste. Weder Tom noch Lisa haben mir davon etwas gesagt und so hat sich etwas, was leicht vermeidbar gewesen wäre, aufgeschaukelt.
Der Aufstand
Ob das gut geht? – Teil 24
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Der Aufstand
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