Diesmal war ich aber auf der Hut gewesen. Ich blockte ihr Knie ab, hob Sylvie hoch und warf sie aufs Bett. Bevor sie sich wieder erheben konnte, war ich über ihr. Ich fesselte ihr die Hände mit meinen Handschellen auf den Rücken und drehte sie dann selbst auf den Rücken. Im nächsten Moment kniete ich zwischen ihren Schenkeln.
Sylvie wollte sich wehren. Ich drückte ihren Oberkörper mit der linken Hand aufs Bett und öffnete den Reißverschluss meiner Hose.
Ich ging nicht zimperlich mit ihr um, als ich in sie eindrang. Wozu auch?
Nach wenigen Minuten war ich fertig. Erschöpft ließ ich mich auf Sylvies Körper fallen, um zu Atem zu kommen. Sylvie hatte sich nicht mehr gewehrt. Sie hatte es schweigend über sich ergehen lassen. Jetzt sah ich Tränen in ihren Augen schimmern.
Ich stand wieder auf, schloss meine Hose und schob Sylvie vor mir her ins Bad. Ich hatte nicht in ihr abgespritzt, sondern auf ihren Bauch und musste mir also keine allzu großen Gedanken machen. Ich schob sie unter die Dusche und spritzte sie von oben bis unten mit hartem und kaltem Duschstrahl ab. Erst dann nahm ich ihr die Handschellen wieder ab und reichte ihr ein Badetuch.
„Das sollten wir bei Gelegenheit mal wiederholen!“ meinte ich versöhnlich. Aber Sylvie beachtete mich nicht, sondern trocknete sich nur mechanisch ab.
„Okay, zieh Dich wieder an!“ befahl ich ihr.
Sie ging nach nebenan, setzte sich aufs Bett und tat, was ich gesagt hatte.
Dann wandte ich mich der Tür zu und schloss wieder auf. Bevor ich sie aber öffnete, drehte ich mich noch einmal zu ihr um und sagte: „Im Bericht wird stehen, dass Dich zwei weibliche Beamten durchsucht haben. Komm’ besser nicht auf die Idee, etwas anderes zu behaupten, sonst werden wir die bei Dir gefundenen Drogen melden. Wir machen uns zwar strafbar, aber wir stehen verdammt gut da, wenn wir der Presse sagen, dass wir Dir noch eine Chance geben wollten und die Drogen deswegen vorher nicht angegeben haben. Ich hoffe, Du verstehst mich, Sylvie.“
Sylvie antwortete nicht, sondern sah mich nur an. Ich öffnete die Tür und wollte hinausgehen. Da rief sie mir hinterher: „Bulle!“
Ich drehte mich noch einmal zu ihr um. Da sagte sie, meine Aussage in Bezug auf ihren Tritt zitierend, zynisch: „Ich hab Dich kaum gespürt!“
Sie konnte mich nicht verletzen. Ich fühlte mich gut. Ich war ein Bulle und hatte einen Kampf gewonnen. Ich hatte zum ersten Mal ein Mädchen für mich allein gehabt.
Zwei Wochen ist das Ganze jetzt her. Und vor wenigen Minuten lief die Geschichte in den Nachrichten. Es war kein Bericht, sondern eine Aufnahme in gestochen scharfen Bildern.
Ich hätte damit rechnen müssen, dass es in einem solchen Raum versteckte Kameras gab. Aber ich war zu sehr mit Sylvie beschäftigt. Ich habe einen Fehler gemacht.
Das System kann mich nicht mehr schützen. In wenigen Minuten werden meine Kollegen kommen und mich in Handschellen abführen. Und weil sie wissen, was ich alles von ihnen weiß, werde ich die Gerichtsverhandlung nicht mehr erleben. Entweder wird es heißen ich wäre auf der Flucht erschossen worden oder ich hätte mich in meiner Zelle erhängt.
Aber darauf werde ich nicht warten. Meine Dienstwaffe ist geladen und liegt neben mir.
Ich höre die Sirenen. Sie kommen schon. Ein letzter Schluck Cognac, ein letzter Zug Marihuana.
Mein Name ist Jakob Schmidt. Ich war ein Bulle.
Der Bulle
22 9-14 Minuten 0 Kommentare
Der Bulle
Zugriffe gesamt: 6227
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.