Es gab kein Entrinnen, die Ameisen kamen wieder, der Strom erfasste meine Fingerspitzen und breitete sich aus bis zu den Zehen. Mein Mund trocknete aus, ich konnte nur mehr stoßweise atmen.
Es war, als würden sich die Tore der Hölle wieder öffnen, tausend feurige Zungen um mich lodern, die mich, wie Don Giovanni, in den Abgrund zu ziehen. Der Dirigent hielt seinen Zauberstock, der einmal wohltuend, dann wieder strafend über mich herrschte, fest in der Hand und ließ keinen Moment Ruhe einkehren.
Mein Körper wurde gleichzeitig in glühende Lava getaucht, dann wieder in ein Meer von Eis, von einem Extrem ins andere. Diese Zunge hörte nicht auf, sie stülpte mein Innerstes nach außen, und dieses Innere war wie eine Pfingstrose mit tausend dunkelroten, bebenden Spitzen. Ich wollte mir gar nicht ausmalen, woher diese Zungen kamen, sie waren da und machten mich verrückt.
Das Blut stieg und stieg in meinen Kopf, ein Feuerwerk explodierte und ich sah nur mehr diese leuchtenden Sterne an einem schwarzen Nachthimmel. Es war ein neuerlicher Orgasmus, der nicht aufgehalten oder unterbrochen werden konnte. Nichts änderte sich, die Zungen arbeiteten ruhig weiter, trieben mir den Schweiß aus allen Poren, und ich spürte, wie die Erregung, die Lust immer tiefer in meinen Leib eindrang. Es tauchten aus dem noch nie sichtbaren Abgrund Gefühle auf, die den Körper trieben und das ausbrechende Feuer lodern ließen.
Unmittelbar, ohne Vorwarnung, überrollte mich der nächste Höhepunkt, raubte mir fast das Bewusstsein.
Doch es hörte nicht auf. Ich schrie diese schmerzhafte Lust hinaus, ich spürte seine Finger in meinem Mund, ich saugte daran, spürte, wie mir Tränen der Lust über die Wangen liefen.
Inzwischen krochen diese Hände weiter über meinen Körper, machten ihn zittern, reizten die Nerven und holten gutturale Töne aus mir hervor.
Der Dirigent Tanaka
"Das kleine Teehaus" in Kyoto
2 6-10 Minuten 0 Kommentare
Der Dirigent Tanaka
Zugriffe gesamt: 333
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.