Selbstverständlich verfügen auch Krankenschwestern über eine Sexualität, aber die findet eben nicht in den Patientenzimmern statt, nicht dann, wenn Frau als Projektionsfläche für gelangweilte, ans Bett gebundene Männer gilt, wenn sie sich bückt, um einen Dauerkatheter anders zu positionieren. Krankenschwestern, ganz normale Frauen wie du und ich, an diesem Comedy-Abend einmal unter sich. Zehn Minuten später nimmt Stefano links von sich eine Bewegung wahr. Anca ist ein ganz klein wenig nach vorn gerutscht. Trotz der Dunkelheit erkennt Stefano an ihrem Ausschnitt ein paar rote Flecken. Ob er sie kurz ansprechen soll?
Ab diesem Moment verfolgt er das Geschehen auf der Bühne nicht mehr. Seine Arbeitskollegin ist unverkennbar sexuell erregt. Was sie in dieser Situation wohl tun wird? Flankiert von Janosch zu ihrer Linken und ihm, Stefano, zu ihrer Rechten, scheint Anca sich sicher zu fühlen. „Es gibt so genannte Vorhaut-Mitarbeiter“, flachst der Einheizer auf der Bühne. „Sie verschwinden, wenn es hart wird.“ Anca erfasst die Pointe sofort und lacht kreischend. Was in ihrem Kopf wohl vorgeht? Wie oft sie wohl schon Sex hatte? Wie oft sie wohl bereits die eine oder andere Vorhaut zum Verschwinden gebracht hat … weil sie „ihn“ hart gemacht hat, mit ihren Fingern, ihren Lippen oder so? Stefano bemüht sich, unanständige Gedanken zu verdrängen und sie nicht auf seine Kollegin, mit der er seit Jahren zusammenarbeitet, zu übertragen. Er versucht, einen letzten Rest seinem Beruf geschuldeten Anstand zu wahren.
Dann gleitet Ancas Rechte zwischen ihre Schenkel. Sie schiebt ihr Kleid langsam hoch und lässt die Hand unter dem weinroten Stoff verschwinden. Im Raum riecht es nach Sex und nach weiblichem Schweiß. Der Einheizer auf der Bühne hat Erfolg. Dann atmet Anca heftig ein und aus.
Der Einheizer
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Der Einheizer
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