„Ich hatte ja schon angedeutet, dass unser Anliegen etwas delikat ist, aber du bist der Einzige, der mir eingefallen ist, uns dabei zu helfen.“ Ich machte keinen Muxer. Ihr fiel es doch etwas schwer, die richtigen Worte zu finden.
„Ich komme lieber gleich auf den Punkt. Dirk und ich“ – sie deutete auf Dirk und sich selbst, als wüsste ich plötzlich nicht mehr, wie sie hießen –, „möchten zusammen einen Film machen. Einen etwas speziellen Film. Also sozusagen einen Pornofilm.“ Jetzt war es raus. Ich schluckte. Was um Gottes Willen sollte ich dabei machen? Mitmachen? Zuschauen? No way. Ich wollte gerade antworten, da redete Annika schon weiter.
„Wir wollten dich bitten, dass du uns filmst“, sagte sie und legte sich verlegen die Hand auf den Mund. Ihre Augen waren vor lauter Erwartung meiner Antwort groß wie braune Murmeln. Es war an mir, mich zu räuspern.
„Gut“, sagte ich leise, vorsichtig, um nichts Falsches zu sagen, falls ich, und das war so eine kleine letzte Hoffnung, etwas missverstanden hatte. „Wenn ich mich nicht verhört habe, soll ich euch filmen, während ihr zusammen Sex habt?“ Annika nickte, Dirk auch. Soweit hatte ich mich also nicht verhört. „Unter Sex verstehe ich ficken!“, sprach ich weiter. Wieder nickten beide. Ich überlegte einige Sekunden. Dann fing ich an zu lachen.
„Ihr wollt mich doch verarschen?“, ich sah mich um. „Wo ist die Kamera?“, fragte ich und lachte immer mehr. Die zwei sagten gar nichts. Sie lachten auch nicht mit. Mir wurde so langsam klar, dass das ihr Ernst war.
„Seid ihr bescheuert?“, blaffte ich. „Ihr wollt, dass ich euch beim Vögeln zusehe und das auch noch filme?“ Ich lehnte mich geradezu entsetzt zurück.
„Wozu das denn?“, fragte ich schließlich.
„Für uns“, erklärte Dirk, machte eine schöpferische Pause, „und wir wollen den Film veröffentlichen“, schob er hinterher.
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