Der ganz private Pornofilm

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Emil Lorenz

Ich sah auf die Uhr. Oh Kacke, schon fast 19 Uhr. Jetzt hieß es, sich ein wenig zu sputen, wenn ich in einer halben Stunde bei Annika und Dirk sein wollte. Annika hatte mich für heute Abend eingeladen, sie würden etwas mit mir besprechen wollen. Es wäre wohl etwas delikat, hatte sie angedeutet, mehr war nicht aus ihr rauszubekommen.

Annika war eine Freundin meiner großen Schwester. Wir kannten uns schon aus Kindertagen, sie war meine erste große Liebe. Für mich zumindest. Ich denke im Nachhinein schon, dass sie meine Anhimmelei bereits früh gemerkt hatte, aber mit 13 hatte ich noch nicht die intellektuelle Reichweite, mein Ansinnen objektiv einzuordnen. Meine Hormone begannen, verrückt zu spielen, und sie war schon eine Frau. Und was für eine. Trotzdem hatte sich ein besonderes Verhältnis zwischen uns entwickelt, denn Annika war der erste Mensch, der mit mir offen über Sex gesprochen hatte. Als wäre ich ein Erwachsener gewesen, sie hatte mich ernst genommen. Der Verlauf des Gespräches war für mich nicht gerade erfreulich, aber an dessen Ende war mir einiges klar geworden. Es war trotzdem der Beginn unserer Freundschaft. Und diese Freundschaft hatte 15 Jahre später immer noch Bestand. Annika war jetzt Ende 30 und seit Jahren mit Dirk verheiratet.

Ein Blick aus dem Fenster sagte mir, dass ich auch meine Mütze mitnehmen sollte. Es hatte heute, Mitte Dezember, angefangen zu schneien. Ich schlüpfte in meine dicke Jacke und machte mich auf den Weg.

Pünktlich um halb acht abends parkte ich vor ihrer Garage und klingelte an der Haustür. Dirk öffnete und strahlte mich an. Er trug eine leichte Jogginghose und ein T-Shirt. Nicht das, was ich von ihm gewohnt war.

„Hi Timmi, schön, dass du da bist, komm rein.“
„Hätte ich eine Wahl gehabt? Ihr wollt etwas mit mir besprechen, auch noch etwas Delikates.

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