Der Klub, „Das kleine Teehaus“ war ein Geheimtipp unter den Frauen der High-Society in Kyoto.
Der Klub lag im weniger bewohnten Stadtteil Kita-ku im Norden der Stadt, an einem bewaldeten Abhang.
Es war ein großes Gelände. Umgeben von dichtem Baumwuchs und Sträuchern lag ein wuchtiger Pavillon in der Mitte. Man erreichte ihn durch einen Fahrweg, der vor dem Stufenaufgang endete. Der Name „Kleines Teehaus“ stammte aus der Zeit der Gründung, als es wirklich noch ein kleines Massageinstitut war. Doch inzwischen ist es zu einer Art Institution geworden, die bei den Damen der High-Society flüsternd unter der Hand gehandelt wurde.
Die fünf Stufen, welche zum Eingang hinaufführten, waren in verschiedenen Farben und mit eingelegten Drachenabbildungen geschmückt. An den beiden Enden der einzelnen Stufen standen Blumengestecke, Ikebana genannt, die täglich erneuert wurden.
Der Eingang war geschützt durch ein Vordach, welches von dunkelroten Säulen abgestützt wurde, zwischen denen überall Glockenspiele hingen, die im Wind ihr Lied sangen.
Hier trafen sich die Damen zum Nachmittagstee und zu Gesprächen, besuchten das japanische Bad, oder schwammen im Swimmingpool. Am Wasser trifteten weiße Seerosen dahin, die immer wieder ausgetauscht wurden.
An der gegenüberliegenden Seite des Beckens waren Liegebetten mit weichen, flauschigen Polstern, Handtüchern und kleinen Tischen für das Abstellen von Getränken und Imbissen, sowie fingergerechten Sushi-Häppchen.
Zierliche Japanerinnen in leichten, luftigen Kimonos eilten zwischen den Liegen hin und her und nahmen Wünsche entgegen. Sie verrückten auch gelegentlich die überall vorhandenen Paravents, wenn man einmal abgeschirmt und alleine ruhen wollte.
Zugang hatten nur weibliche Mitglieder oder Besucherinnen, die sie mitbrachten und auch für sie bürgten.
Prolog - Der Geheimtipp
"Das kleine Teehaus" in Kyoto
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