Du hast doch dieses Seminar um des Sexus Willen gebucht, mein Lieber, also: Nimm Dir alles.” Stefans Herz klopfte bis zum Hals. Wie würde er die schöne Kursleiterin antreffen? Nackt? Stand sie vor dem Spiegel und kämmte ihr langes schwarzes Haar? Was sie wohl an Garderobe dabei hatte? Wie würde sie auf ihn reagieren? Würde sie sich wehren? “Nimm sie doch, das Luder”, liess sich DAS TIER 666 wieder vernehmen. “Besorg es ihr einfach; sie braucht das. Fass ihr an die Titten, zwing sie aufs Bett, denk an Goethes Gretchen im Faustus, das sollte reichen. Denk ans süsse, dumme, geile Gretchen in Goethes Faust. Steck dieser Kursleiterin Deinen Schwanz irgendwohin. Mund. Muschi. Anus. Egal. Komm einfach aus Dir heraus.” Dann schwieg DAS TIER 666. Der Boden unter Stefans Füssen knarrte; er hielt eine Weile inne. Welche Tür war es nun? “Folge Deinem Instinkt”, liess DAS TIER 666 sich wieder vernehmen. “Sie wartet auf Dich – oder auch nicht. Egal. Geh einfach ran. Stell Deinen Mann. Nimm Dir, was Dir gehört. Reiss sie an den Haaren, wenn es denn sein muss. Spritz ihr Dein Sperma in die Nasenlöcher. Zieh ihren Slip zur Seite. Schieb ihr Deine Finger rein. Frag nicht lange nach. Mach es einfach. Mach es ihr.” Stefan war verwirrt. Er hatte einen tiefen Respekt vor Frauen; er war das Jüngste von fünf Kindern, hatte vier Schwestern. Seine Eltern waren antroposophisch orientiert, unterrichteten im Goetheanum. Ein humanistisches und ganzheitliches Weltbild hatte ihn begleitet, solange er sich erinnern konnte. Das Seminar an der Nordsee hatte er lediglich gebucht, um mal auch andern Geheimnissen auf die Spur zu kommen als etwa dem reinen Klang einer Violine oder der inneren Kraft von Tulpenzwiebeln. “Du bist jetzt reif für so etwas”, hatte sein Vater zu ihm gesagt und ihm, von Mann zu Mann, auf die Schulter geklopft. “Lass sie auch ein wenig Schmerz empfinden; Frauen lieben das.
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