Die Bilder zeigten sie meist bekleidet – und es blieb kein Zweifel offen, dass die Frau einen erlesenen Geschmack hatte. Ihr leuchtend rotes Haar kontrastierte mit einem dunkelgrünen Cape, das wiederum ihre Augen wunderbar zur Geltung brachte. Die hoch auflösenden Bilder liessen kein Detail aus – nahezu jede Stofffaser war zu erkennen. Wendelgard von vorne, von der Seite, von hinten. Die gewagtesten Fotos zeigten sie in einem etwas knappen Bikini; einmal mit und einmal ohne Oberteil. Auf dem Oben-Ohne-Foto hielt sie ihre gewaltigen Brüste bedeckt. Während Maria sich auf den Bewerbungsphotos etwa beim Masturbieren zeigte, waren Wendelgards Bilder auf irritierende Weise prüde – aber nicht minder erotisch. Auflagen hatte die Kursleiterin keine gemacht – kein “obligatorisches” Nacktshooting also. Es war einzig der Geilheit von Marias Partner zu verdanken gewesen, dass von der keuschen Sardin freizügige Fotos existierten. “Na, Jungs”, liess sich Maurinde vernehmen. “Ihr habt doch auch Bilder eingeschickt, nicht? Martin – was ist mit Deinem “Schniedelwutz”? Ist auf den Fotos Deine “Flöte” zu sehen, mein lieber Jasper? Stefan, hast Du der Kursleiterin Deinen “Pumuckl” gezeigt? kicherte sie. “Vorhin beinahe”, wäre es Stefan fast herausgerutscht. Mit hochrotem Kopf griff Jasper in seine Jackentasche und förderte eine Reihe von Bildern zutage, die ihn zu aller Überraschung in Krawatte und Smoking zeigten. Nur das letzte Bild zeigte ihn splitternackt unter der Dusche, mit einer Hand am Penis. “Dieses letzte Bild war wohl ausschlaggebend”, kicherte Maurinde wieder. “Muss nicht sein”, widersprach Brigitte, deren Laune sich allmählich hob, “die Auswahlkriterien unserer Kursleiterin sind unergründlich”. Sie schob von sich selbst ein Foto auf den Haufen, das alle erstarren liess. Maurinde verschluckte sich an ihrem Nordsee-Tee und Maria bekam noch grössere Augen, als sie ohnehin schon hatte.
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