Die restlichen Kursteilnehmer wussten jetzt kaum mehr, wo ihnen der Kopf stand. Martin riss an seinen Fesseln und bäumte sich auf, Brigitte wand sich vor Lust, Marias feuchtwarme Hand schloss sich um diejenige Martins, Maurinde drängte ihr Putzerl an seine Linke. Brigitte und sie kamen gleichzeitig, mit dunklem, lang gezogenem Stöhnen. “Was sind doch diese Frauen geil, mannomann”, sagte Thomas und nestelte an seinem Reissverschluss. In fiebriger Erregung zog Wendelgard aus ihrem Handtäschchen das Kuvert mit den Fotos, die sie ihrer Kursbewerbung beigelegt hatte. Zwischen den harmlosen Bikini-Bildern und denjenigen, die sie im blauen Cape zeigten, war eines, auf dem sie ihre wundervollen Brüste in die Kamera hielt.
Dieses Bild ergriff sie zitternd und schob es Jasper zu. Er nahm das Foto an sich, ohne die Augen von Brigitte abzuwenden. Erst als diese erschöpft in sich zusammensank, betrachtete er das Foto auf seinen Knien. “Oh mein Gott, Wendelgard!!” war die einzige Äusserung, derer er fähig war. Wendelgard ergriff seine rechte Hand und drückte sie in ähnlicher Weise, wie Maria diejenige Martins. Die vier Flügelfrauen, Bettina, Brigitte, Maurinde und Maria verabschiedeten sich mit einem Knicks. Dann wurde auch Martin aus dem Raum gefahren, vom Hotelhandwerker persönlich, noch immer an seine Palisadenholzliege gefesselt. “Bettina, Du bleibst hier!” befahl die Kursleiterin energisch zwischen zwei von Stefans kraftvollen Stössen.
Bettina, die etwas befremdet auf Martins Gasolinophilie reagiert hatte, sollte der krönende Mittelpunkt des Spielchens sein, das dieses Liebesseminar abschliessen würde.
Wir alle sind ja so erzogen, dass wir eher geneigt sind, diskret weg zu schauen. In die andere Richtung zu blicken, wenn wir mit einem vögelnden Pärchen konfrontiert sind, meine ich. Wann sind wir das denn schon? Am Dünenstrand in Süddänemark? Auf frivolen Theaterbühnen?
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