Thomas und Bettina

Der Isiris-Punkt

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Thomas und Bettina

Thomas und Bettina

Anita Isiris

Nach dem morgendlichen Zähneputzen machte sich Thomas mit Herzklopfen auf den Weg zum Frauenschlafraum, pochte an die Tür und verlangte nach Bettina. Herzklopfen war ihm fremd; er war sonst eher der coole Typ – nicht nur gegen aussen, sondern auch innerlich. Die Tatsache, dass er schon einmal exkommuniziert worden war von der Kursleiterin, verdrängte er geflissentlich. Frauen gegenüber war er eher ein wenig unbeholfen. Die Kursteilnehmerinnen jedenfalls fanden ihn alle niedlich und benieden heimlich Brigitte, die ihn im Duschraum rumgekriegt hatte, wie sie annahmen. Bettina erschien unter der Tür. Sie trug eine enge schwarze Jeans und ein weisses Unterhemd, das ihre Brustwarzen durchschimmern liess. Sofort ging es Stefan durch den Kopf, wie genussvoll der Hotelhandwerker während des Liebesseminars ihre schweren Brüste massiert hatte, mit einer Paste, die die Hitze von ihrem Körper abhalten sollte. Jaja, Bettinas Brüste und die Schwerkraft. Schon mit 18 Jahren hatte sie darunter gelitten, dass die Natur es nicht gut meinte mit ihr. Sie hatte den grössten Busen in der Klasse gehabt und die Jungs hatten sich an den Parties darum gerissen, mit ihr geschlossen zu tanzen, zu Songs wie “Drive” von den “Cars” oder “In the Air Tonight” von Phil Collins – die 20minütige Live-Version, versteht sich. Wenn sie duschte, taxierten ihre Kolleginnen sie mit hämischen Blicken, als wollten sie sagen “grosse Titten sind nicht alles”. Bettina gewöhnte sich rasch an eine leicht gebückte Stellung; sie hoffte, so ihre anatomische Prominenz ein wenig zu verbergen. Später, in der Yoga-Selbsthilfegruppe, lernte sie wieder, sich zu recken und zu strecken und gewann an Selbstvertrauen. Ihr Busen nervte beim Joggen, beim Radfahren und beim Sex. Sie mochte es überhaupt nicht, wenn sie auf dem Rücken lag und die Männer sich mit beiden Händen an ihren Brüsten festhielten, während sie mit ihr bumsten.

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