Der Lehrling

Der Lehrling - Teil 1

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Der Lehrling

Der Lehrling

Darian Valberg

Wenn mit der Glocke zu Tisch gerufen wird, hast du gewaschen kurz danach in der Küche zu sein… sonst gibt es nichts!“, erklärte Frau Timm.
Sie ging wieder hinaus in den Flur.
„In der Kammer neben dir wohnt unsere Magd Anne. Conrad, der Knecht, wohnt mit seiner Familie in der Kate neben der Schmiede.“
Sie schaute mich an. „Lass die Finger von Anne!“, sagte sie streng, „Es sein denn, du möchtest dich mit dem Meister anlegen! Hast du verstanden?“
„Ja, ich habe verstanden!“, antwortete ich schnell.
Als sie gehen wollte, drehte sie sich jedoch noch einmal um und deutete den Flur entlang.
„Das große Zimmer hinten rechts gehört dem Meister.“, erklärte sie weiter und ergänzte mit dem schon zuvor gesehenen Lächeln, „Und das letzte Zimmer links ist mein Zimmer. Denk daran…der Meister will nicht gestört werden! Wenn du also irgendetwas wissen musst, was nicht mit deinem Handwerk zu tun hat, dann komm zu mir. Jetzt richte dich ein. Bis zum Abendessen ist es nicht mehr lang“
Frau Timm zwinkerte mit zu, drehte sich um und verschwand Richtung Treppe.
Ich verstaute meine wenigen Sachen, schnappte mir ein Tuch, welches ich üblicherweise zum Abtrocknen verwendete und suchte die Pumpe hinter der Küche.
Der warme Sommerabend nahm sein Ende und ich wusch mir mit dem kalten Wasser der Pumpe den Schweiß des Tages und den Staub der Reise von Händen und Gesicht. Ich hängte das feuchte Tuch an einer Leine auf, sodass es in dem lauen Abendwind hin und her schwang und trocknen konnte.
Ich schaute mich ein wenig um, denn dies sollte für die nächste Zeit mein Zuhause sein.
Der Abend verlief entspannt. Alle Menschen der Schmiede kamen zum Essen an dem großen Tisch in der Küche zusammen und ich lernte die meisten schon am ersten Abend kennen.
Der Meister saß an der Stirnseite des Tischs und bekam natürlich als erster etwas zu essen. Ich beteiligte mich nur wenig an den Gesprächen, denn ich konnte noch nicht viel dazu beitragen.

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