Der Lehrling

Der Lehrling - Teil 1

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Der Lehrling

Der Lehrling

Darian Valberg

Auf der anderen Seite zeigte sich, dass Meister Sierich mich gut ausgebildet hatte. Nur selten musste Meister Timm eingreifen und wenn er dies musste, zeigte er mir den richtigen Weg, um die Aufgabe zu lösen. Es dauerte nicht lange und viele Handgriffe wurden gemacht, ohne dass der andere etwas sagen musste. Es war eine gute Zeit. Ich genoss das Vertrauen des Meisters und mein Selbstbewusstsein stieg mit jedem Hammerschlag, den ich auf das glühende Eisen schlug.
Frau Timm war eine Woche nach meiner Ankunft überraschend abgereist. Meister Timm erzählte mir, dass eine Nachricht von seinem Schwiegervater gekommen war. Er hatte einen Unfall und musste das Bett hüten. Marie Timm ist daraufhin zu ihrem Vater gefahren, um ihn zu pflegen und die Geschäfte zu führen.
Eines Abends nahm mich Meister Timm zur Seite und legte mir seine riesige Pranke auf die Schulter.
„Marie hat mir einen Brief geschickt.“, sagte Meister Timm und wedelte mit eine Stück Papier, „Ihrem Vater geht es wieder gut und sie möchte wieder zurückkommen. Sie bat mich, dass ich Conrad mit dem Pferdewagen nach Breitenbach schicke, um sie abzuholen. Ich habe jedoch Conrad, wie du weißt, vor drei Tage zur Eisenhütte geschickt, damit er die Bestellung abholt. Der wird mindestens noch zwei Wochen unterwegs sein.
Ich selbst habe gar keine Lust drei Tage nach Breitenbach zu fahren, Marie von ihrer buckeligen Verwandtschaft abzuholen und dann wieder drei Tage zurückzufahren…und dass noch mit Marie!“
Ich schaute Meister Timm ins Gesicht und sah, wie sein Grinsen immer breiter wurde.
„Als ich darüber so nachdachte, ist mir eben beim Essen eine blendende Idee gekommen!“, fing er an zu erläutern.
„Da wir momentan sowieso zu wenig Roheisen haben und wir Däumchen drehen, bis Conrad wieder zurück ist, habe ich entschlossen, dass du Marie abholen wirst!“
Meister Timm lachte auf und drückte mir die Schulter, sodass ich befürchten musste, dass mein Schlüsselbein gleich bricht.

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