Der letzte Tag

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Der letzte Tag

Der letzte Tag

Yupag Chinasky

Erst nach einer ganzen Weile des stillen Verharrens, des eng ineinander Verschlungenseins, halb aufeinander liegend, total verschwitzt und schwer atmend, sich aber wunderbar erleichtert fühlend – erst dann redeten sie wieder. Es sei so schön, dass er gekommen sei, sie habe den ganzen Tag an ihn gedacht, und was er ihr jetzt gegeben habe, sei einmalig, und sie habe es so dringend gebraucht. Auch er verhehlte nicht, dass sie ihm keine Minute aus dem Sinn gekommen sei, seit er sie gestern gevögelt hatte. Dann standen sie auf, zogen sich aber nicht an, denn sie wollten sich in ihrer Natürlichkeit anschauen. Obwohl beide nicht mehr die Jüngsten waren, waren sie noch gut erhalten. Die Tante etwas untersetzt, mit vollen, aber nicht zu großen Brüsten, mit einer zwar wenig ausgeprägten Taille und mit etwas Bauch, aber mit breiten Hüften und einem runden Hintern, der mit dazu beitrug, sie zur perfekten Geliebten zu machen. Und er, nun ja, er war durchaus akzeptabel, für sie auf jeden Fall. Nachdem sie befriedigt worden war und geredet hatte, stand die Geliebte auf und tat nun das, was neben Sex auch wichtig ist: Sie ging in die Küche und bereitete noch einmal ein wunderbares Abendessen vor.

Sie aßen in aller Ruhe Hühnchen mit Reis und tranken dazu Rotwein, der zwar zu warm war, aber es war wenigstens ein ordentlicher Spanier, den sie extra besorgt hatte. Während der langen Mahlzeit schauten sie sich verliebt an, streichelten sich gegenseitig die Arme und berührten das Gesicht und vergaßen durchaus nicht auch einige intimere Körperstellen. Die Lust auf neuen Sex stellte sich allmählich wieder ein, aber sie vermieden es, sich zu sehr zu erregen, denn sie habe noch einen exquisiten Nachtisch, hatte die Tante zu Beginn des Essens angekündigt, und für den müssten sie sich Appetit und Hunger aufbewahren.

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