Noch nicht.
Ich tue so, als würde ich lesen, während ich in Wahrheit jede Bewegung im Raum registriere. Schritte auf dem Marmorboden.
Nichts passiert.
Natürlich passiert nichts.
Warum sollte auch?
Ich bin weder reich noch besonders einschüchternd souverän. Auch habe ich keine Villa, in welche ich einen Mann einladen würde. Und selbst wenn — wer um alles in der Welt würde heute noch auf ein solches Zeichen achten?
Mein Kaffee ist längst nicht mehr heiß. Wahrscheinlich nicht einmal mehr warm.
Vielleicht sollte ich den Löffel einfach zurücklegen. Ganz normal. So, wie es sich gehört. Und endlich den Kaffee trinken.
Ich strecke die Hand aus.
„Entschuldigung —“
Die Stimme kommt von der Seite. Ruhig. Nah genug, dass ich sie nicht überhören kann.
Ich halte inne.
Langsam drehe ich den Kopf.
Er steht neben meinem Tisch, eine Hand locker in der Manteltasche, als wäre das hier die selbstverständlichste Begegnung der Welt. Mein erster Gedanke ist, dass er zu alt ist für diese Geschichte. Mein zweiter, dass ich eventuell zu jung bin. Und mein dritter, dass dies Schwachsinn ist – wir sind wohl etwa gleich alt und in einer normalen Realität ist dies gut.
„Darf ich kurz stören?“
Sein Blick liegt nicht auf mir, sondern auf meiner Tasse. Genauer gesagt: auf dem Löffel.
Ein kaum merkliches Lächeln.
„Verstehen Sie, was das bedeutet?“
Für einen Moment spiele ich mit dem Gedanken, den Kopf zu schütteln. Alles als Zufall abzutun, mich elegant aus dieser Situation zu lösen, bevor sie überhaupt begonnen hat.
Stattdessen sage ich: „Ja.“
Eine kurze Pause.
Dann, etwas leiser: „Zumindest glaube ich das.“
Jetzt sieht er mich an.
Und irgendetwas in seinem Blick — Neugier, vielleicht auch ein Hauch von Anerkennung — macht es unmöglich, sofort wieder auszuweichen.
„Und?“, fragt er. „Klappt es?“
Ich neige den Kopf leicht.
Der Löffel, die Glocke und wir
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Der Löffel, die Glocke und wir
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