Der Löffel, die Glocke und wir

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Der Löffel, die Glocke und wir

Der Löffel, die Glocke und wir

Chloé d'Aubigné

„Und auch wenn es irgendwie absurd klingt, reizt es mich doch einfach.“
Sein Blick bleibt an meinem hängen.
Ich halte ihn.
„Rein aus Interesse“, füge ich hinzu.
„Selbstverständlich.“
Die Luxemburgerli sind fast zu schön, um sie zu essen. Ich tue es trotzdem. Will Zeit gewinnen. Genieße sie also bewusst. Die Süße ist, wie immer, perfekt. Doch ich kann sie nicht vollkommen genießen, bin dafür einfach zu sehr von meinen Gedanken abgelenkt.
Er beobachtet mich dabei.
„Was?“ frage ich.
„Ich versuche herauszufinden, ob das alles hier sehr elegant ist — oder komplett lächerlich.“
„Warum nicht beides?“
Er nickt. „Das wäre zumindest konsequent.“
Ich stelle mein Glas ab.
„Angenommen“, sage ich langsam, „wir wollten es wirklich wissen.“
„Das mit der Glocke?“
„Das mit allem.“
Ein kurzer Moment, in dem er mich prüfend ansieht.
Ich weiche nicht aus.
„Dann fehlt uns ein wesentliches Element“, sagt er.
„Die Glocke.“
Wir sehen uns an.
Und plötzlich wirkt die Idee nicht mehr wie ein bloßes Gedankenspiel.
„Lindt-Osterhasen haben ein Glöckchen, das würde gehen“, sage ich.
„Es gibt einen Coop um die Ecke“, erwidert er. Keine Frage, sondern eine Feststellung.
Wir nicken uns zu und trinken aus.
Zehn Minuten später stehen wir vor einem Regal mit Schokoladenhasen. Goldfolie, rote Bänder, kleine Glöckchen, die bei jeder Bewegung leise klingen.
Ich nehme einen, schüttle ihn leicht.
Das Geräusch ist… erstaunlich klar.
„Das ist eine schlechte Idee“, sage ich.
„Absolut“, stimmt er zu. „Wir sollten es lassen.“
Ich lege den Hasen aber nicht zurück. Stattdessen gehen wir zur Kasse. Er bezahlt.
Seine Wohnung ist näher, als ich erwartet habe. Altbau, hohe Decken, zurückhaltend eingerichtet — nichts, das sich aufdrängt.
Kaum fällt die Tür ins Schloss, verändert sich die Atmosphäre.
Der Lärm der Stadt bleibt draußen.

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