Der Löffel, die Glocke und wir

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Der Löffel, die Glocke und wir

Der Löffel, die Glocke und wir

Chloé d'Aubigné

Ich spüre ihn jetzt vollständig, die Wärme seines Körpers, die Bewegung seines Atems gegen meinen.
Ein leises, helles Klingeln durchbricht den Moment. Es ist die Glocke, die ich immer noch in meiner Hand habe.
„Wir sollten konsequent sein“, flüstert er mir zu, nimmt mir das Glöckchen ab, legt es sich um die Wurzel seines Schafts. Das Metall liegt kalt an der Haut, wirkt beinahe zu zart neben dem dunkleren Ton seiner Leiste, und doch passt es irgendwie – ein spielerisches, fast kindliches Detail an einem, dessen Körper sonst nichts mit Kindlichkeit zu tun hat. Als er sich leicht aufrichtet, schwingt die Glocke kaum merklich, erzeugt ein sanftes, helles Klingen.
Ich lache leise gegen seine Lippen.
„Das ist völlig absurd“, murmele ich. Doch es gefällt mir auf eine merkwürdige Art.
„Ich weiß“, sagt er.
Und genau das macht es einfacher.
Dass wir beide wissen, wie seltsam es ist — und uns trotzdem nicht davon lösen.
Sein Mund wandert von meinen Lippen zu meinem Hals. Langsam. Spürbar. Ich neige den Kopf ein wenig zur Seite, gebe ihm Raum, ohne darüber nachzudenken.
Seine Berührungen werden deutlicher. Nicht hastig, sondern sicherer. Als hätte er sich entschieden, nicht mehr nur zu beobachten.
Ich antworte darauf.
Meine Hände finden ihren eigenen Weg über seinen Körper, erkunden, halten, ziehen ihn näher. Es ist kein vorsichtiges Kennenlernen mehr — eher ein unmittelbares Verstehen, das keine Erklärung braucht.
Die Glocke klingt wieder, leise, jedes Mal, wenn wir uns bewegen.
Ein seltsamer, heller Rhythmus unter unserem Atem.
Ich spüre, wie sich etwas in mir verdichtet. Wärme, die sich ausbreitet, tiefer wird, sich nicht mehr ignorieren lässt. Und gleichzeitig bleibt da diese Ruhe zwischen uns — kein Drängen, kein Eilen.
Ich ziehe ihn näher, spüre die Reaktion seines Körpers auf meinen, die unmittelbare Antwort auf jede Bewegung.

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