Der Neuanfang

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Der Neuanfang

Der Neuanfang

Solveig Raun

Das war eine Art Ritual und tat uns gut. Beim anschließenden Essen lachten wir viel und ich schob den Gedanken an Bea und ihre Situation beiseite. Zum Glück ging es André und mir beziehungstechnisch gut. Wir gingen beide in unseren Jobs auf, hatten viele Freunde und verbrachten Zeit getrennt mit Hobbys und zusammen auf Reisen. Für uns war immer klar, dass ein „wir“ an erster Stelle stand. Mittlerweile hielt das schon seit 15 Jahren, seit einer dieser legendären Studentenpartys damals. Ich lächelte in mich hinein und schlief diese Nacht sehr tief.
Die nächsten Arbeitstage vergingen durch einen neuen Auftrag ziemlich schnell. Ich hatte alle Hände voll damit zu tun, Telefonate zu führen, Lieferanten zu suchen und Listen zu erstellen mit den weiteren Schritten und Kontaktdaten. Von meiner Chefin erfuhr ich, dass Bea nun für zwei weitere Wochen krankgeschrieben war und ich erstmal ihren Part mit übernehmen sollte. Okay, das würde Überstunden bedeuten, für Bea machte ich sie lieber als für andere Kolleginnen. Janine zum Beispiel war nur großzügig bei Vertretungen, wenn es zu ihren Gunsten war – sprich bei ihrem eigenen Urlaub. Ansonsten gab es von ihr fast immer Ausschlussgründe, weshalb sie da und dort nicht ihre Zeit investieren konnte. Etwas gereizt nahm ich die zusätzlichen Aufgaben entgegen. Im Kopf nahm ich mir vor, Bea nochmal zu kontaktieren. Nun machte ich mir wirklich Sorgen, so ein Verhalten sah ihr echt nicht ähnlich.
Nach einem anstrengenden Berg von Arbeit atmete ich tief durch und griff zu meinem Telefon. Ich wählte Beas Mobilnummer, doch am anderen Ende nahm sie nicht ab. Ich versuchte es mehrfach, dann entschied ich mich zu einer weiteren Nachricht.
„Hi Bea, brauchst du was? Aus der Apotheke oder soll ich dir was vorbeibringen an Lebensmitteln?

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