Der Neuanfang

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Solveig Raun

Wäre kein Problem, schreib mir einfach. Ich mach mir ein bisschen Sorgen um Dich. Liebe Grüße Sophie.“
„Lieb von dir“, kam direkt danach. „Apotheke? Nein, was ich brauche, gibt’s da nicht. Essen brauch ich nicht, danke. Bin noch nicht wieder fit. Vielleicht Samstag. Ich schreib nochmal. LG Bea“
Ich seufzte nach dem Lesen ihrer Antwort, dann tippte ich: Gut, meld dich. Lg.
Tatsächlich kam Freitagmittag kurz vor Feierabend eine Frage von ihr: „Bin soweit stabil. Willst du morgen gegen 15 Uhr vorbeikommen? Bin in einer Ferienwohnung, Adresse ist …“ Ich bestätigte kurz, notierte die Adresse und überlegte, was ich mitnehmen sollte. Ich entschied mich für was Frisches wie Erdbeeren vom Markt, da musste ich morgen früh sowieso hin. André schien froh, den Nachmittag für sich zu haben. Er hatte sich einiges vorgenommen und meinte nur, ich solle mir Zeit lassen mit Bea. Gegen halb drei fuhr ich los, nahm die Landstraße über die Dörfer und landete bei der Ferienwohnung mitten im Nirgendwo. Ein rotes Backsteinhaus mit Friesengiebel, weiße Fensterrahmen. Sah auf den ersten Blick groß und gemütlich aus, wenn auch einsam. Vermutlich genau das, was Bea brauchte. Ich stellte den Motor ab, nahm die Tüte mit der Erdbeerschale und meine Tasche und stieg aus. Bevor ich klopfte, drückte ich auf den Autoschlüssel, piep piep – verriegelt. Durch die Glasscheibe der Eingangstür sah ich Bea langsam kommen und erschrak. Sie sah schmal aus im Gesicht, hatte einen weiten Pulli an und eine Jeans ohne Schuhe. Sie öffnete mit einem schiefen Lächeln.
„Hi Sophie.“
Ich umarmte sie kurz und gab ihr die Erdbeeren. Sie schloss die Tür und ging voran in eine geräumige Wohnküche mit hellem Holz.
„Tee? Oder Wasser? Kaffee hab ich grad nicht hier.“
„Tee passt“, sagte ich und setzte mich auf einen der Küchenstühle.

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