Der Panikraum

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Der Panikraum

Der Panikraum

Ralf Böhmer

„Ich glaube, das wäre für uns alle hier eine Erleichterung! Ich habe halt nur Angst davor!“
So etwas Trauriges hatte Julian auch noch nicht gehört und sie tat ihm natürlich jetzt richtig leid, jedoch entschied er auch, dass, wenn schon Knast, dann wenigstens noch ein bisschen Spaß zu haben. Darum war für ihn seine nächste Fragerei auch nur logisch:
„Wie lange sind deine Leute weg? Wie lange bist du noch alleine hier?“
„Die wollen am Wochenende, nach Silvester wieder heimkommen!“
„Gehst du alleine ins neue Jahr, oder bekommst du Besuch? Wolltest du irgendwohin fahren?“
„Nein, ich wäre alleine geblieben, aber das ist so in Ordnung. Ich bin gerne alleine.“

„Gut, dann schlage ich vor, dass wir noch Entführung mit auf mein Konto nehmen und du ein paar Tage mit zu mir kommst. Nur wenn du willst. Dann sind wir beide nicht alleine auf dem Marsch ins neue Jahr!“
Überrascht sah sie ihn an und fand das jetzt mal so richtig lustig:
„Ein bisschen hast du sie aber jetzt nicht mehr alle, oder, Herr Einbrecher? Wie lange willst du dir denn Zeit lassen, für deinen Mord an deinem Opfer?“
„Na, jetzt wollte ich erst mal viel Spaß haben, mit meinem Opfer. Warum fragst du?“
So entstanden Lachen und viele dumme Sprüche zwischen Einbrecher und Opfer? Ein Opfer, das eine Visitenkarte des Verbrechers lesen musste, um sich die Daten zu merken? Fragen nach Alter und persönlichen Daten, um dann die Polizei zu rufen? Aussagen zu machen und das Haus gemeinsam zu verlassen, um mit einem Taxi zu Julians Auto zu kommen? Von da aus eine knappe Stunde weg, bei Julian, ihrem angeblichen Freund, anzukommen? In der Zeit, in der die Spurensicherung das Haus auf den Kopf stellt, durfte der Einbrecher eine überraschte Alice durch Julians Haus schieben. Verrückte Welt zu dieser Zeit.
„Das ist ein schönes kleines Häuschen, was du hier hast.

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