Der Panikraum

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Der Panikraum

Der Panikraum

Ralf Böhmer

„Ein guter Grund, dich länger leben zu lassen. Ich habe keine Lust, ein Baby alleine aufzuziehen und hier ist sowieso ein Zimmer leer. Hättest eben nicht so wild sein dürfen!“
Mit Blick auf die Uhr gab er ihr jetzt erst mal einen liebevollen Kuss und sagte: „Frohes neues Jahr, meine Süße!“
Das erwiderte sie und wartete dann ab, bis er mit zwei gefüllten Sektgläsern wieder bei ihr war, um mit ihr zusammen anzustoßen. Bei ihm gingen mehrere Nachrichten auf seinem Handy ein, nur bei ihr blieb alles ruhig. Er sah sie an und streichelte ihr etwas betrübtes Gesicht, um sanft zu sagen:
„Mach dir mal keine Sorgen, ich stehe komplett auf mein kleines schwarzes Lämmchen!“
Erst am nächsten Tag bekam sie eine Nachricht von ihrer Mutter, die aber immerhin wohl noch in der Nacht verschickt wurde, wohl nur nicht durchkam. Trotzdem hatte Alice in dieser Nacht ihren Vorsatz für das neue Jahr gefasst. Sie wollte ihr neues Leben haben. So schnell würde das wohl auch mit seinem Mord an ihr noch nicht enden.
Die folgenden Tage wurden nicht wesentlich anders. Bis auf die Tatsache, dass ihnen alles unterhalb der Gürtellinie höllisch wehtat. Sie begann sachte wieder mit ihrer Arbeit, was sie aber am Esstisch machte und nicht in seinem Büro. Hier war es heller und freundlicher, sie war nicht allein und hatte eine großartige Aussicht auf den Garten und die schöne Gegend hier. Er saß öfter neben ihr, nur mit etwas Abstand, und machte auch seinen Kram. Er erstellte das Gutachten, um das sie ihn gebeten hatte, und sah sich dann um, was er jetzt für Möglichkeiten hatte. Die Motivation war jetzt um ein Vielfaches größer, beruflich wieder auf die Beine zu kommen. Das Gutachten schickte er auf ihre Mailadresse und sie direkt weiter an ihre Eltern und ihren Onkel, der mit einer Firma in Berlin diese Anlage verbrochen hatte.

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