Der Panikraum

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Der Panikraum

Der Panikraum

Ralf Böhmer

Dieser lag vor ihm auf dem Tisch und führte ihm somit schmerzhaft und dauerhaft vor Augen, in welch eine miese Lage er sich da geritten hatte. Seine Truppe war weg, den Mercedes hatten sie mitgenommen und Julian war sich sicher, dass er weder die Truppe noch einmal sehen, noch auch nur einen Cent bekommen würde. Wovon auch? Was für eine Scheißidee …
So nur bedingt verzweifelt, weil eigentlich schon aufgegeben und abgeschrieben, sagte er dann ganz ruhig in den Raum:
„Wer bist du eigentlich? Auf der Wand hier, welche Reihe von oben, das wievielte Bild?“
Natürlich bekam er keine Antwort und logisch redete er nur mit einer Wand. Julian war sich darüber im Klaren, dass er erledigt war. Da wollte er wenigstens ein bisschen quatschen und die Zeit totschlagen. Er wartete ganz ruhig einen Moment ab und zeigte keinerlei Aufregung. Es war halt so, als er weitersagte:
„Also. Quatschen können wir. Damit entriegelst du keine Türen und wir beide haben es nicht ganz so langweilig und schwer. Ich mache jetzt für zehn Minuten alles aus bei dir. Danach wieder an und du überlegst, ob du da drinnen, im Dunkeln bleiben willst!“
Tief durchatmend stand er von dieser edlen Couch auf und ging zu diesem Bücherregal. Hier entnahm er ein paar Bücher, hinter denen er vorhin schon einen Schaltkasten entdeckt hatte. Fünf Sicherungen und ein Blick auf die Kamera über ihm sagte, dass diese außer Betrieb war. Mit Blick auf seine Uhr ging er zurück und setzte sich wieder auf die Couch, um weiter Kaffee zu trinken. Als der leer war, ging er in die Küche und sah sich dort um. Eine Schüssel, mit Kelloggs und Milch später, stellte er dies auf dem Tisch ab und machte die fünf Sicherungen wieder rein, bevor er sich erneut setzte. Mit Blick auf seine Hände stellte er nur fest, wie sehr ihm diese dummen Handschuhe doch auf die Nerven gingen.

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