„Das geht dich doch gar nichts an. Lass meine Sachen in Ruhe!“
Nachdenklich ging Julian im Haus umher. Vereinzelt hob er mal Sachen auf und stellte sie wieder hin. Komische Leute hier. Die schienen alle nicht so sehr viel Wert auf Gefühl und Geborgenheit zu legen. Es war edel hier. Aber auch in den anderen Zimmern war so gut wie nichts Persönliches. Bei ihm? Da gab es Bilder von seinen Freunden, seiner Familie und seinen Hobbys. Hobbys. Er hatte schöne Bilder, die er mochte, und einige tolle Pflanzen. Ja, das würde er ja nun auch lange nicht mehr sehen. Wie viele Jahre gab es eigentlich für so einen Einbruch? Das war alles nichts und Julian zutiefst deprimiert. Er erschrak fast, als er aus den Lautsprechern ein schreckliches Weinen hörte und eine schluchzende Stimme sagte: „Bitte, bitte geh doch einfach jetzt. Ich habe dir doch nichts getan!“
„Das geht nicht und das weißt du doch auch. Komm du einfach raus und das hier ist vorbei!“
„Damit du mich töten kannst? Ich will noch nicht sterben!“
„Ja, verdammt … Ich habe auch keine Lust, dich zu töten, aber du wirst eh rauskommen müssen. Wenn deine Familie nach Hause kommt, bin ich da, du dort drinnen. Ich erledige das mit denen und mache bei dir die Sicherungen aus. Was soll das? Komm jetzt raus und lass uns Schluss machen mit dem Mist hier!“
„Ich habe mir in die Hose gemacht!“
Kam heulend aus dem Lautsprecher und Julian sah geschockt zur Kamera.
„Habt ihr keine Toilette da drinnen?“
„Ich komm nicht durch die Türe!“
Heulte sie nun richtig verzweifelt. Das war jetzt genug für Julians Herz. Das war doch nicht mehr wahr hier.
„Alice, du machst jetzt verdammt noch mal die Türe auf und lässt dir von mir helfen. Das ist doch das Allerletzte hier. Ich habe schon viel gesehen und gehört, aber das hier übersteigt alles. Los komm jetzt.
Der Panikraum
15 27-41 Minuten 0 Kommentare
Der Panikraum
Zugriffe gesamt: 891
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.