Julian saß auf dieser Couch, mit einem Kaffee in der Hand, den er gerade nachdenklich schlürfte, während er sich die Bilder an der gegenüberliegenden Wand ansah. Es war sehr edel hier und auch die Menschen, dort auf den Bildern, an der Wand sahen nach etwas aus. So wie diese Gegend hier, der Vorder-Taunus, oberhalb von Frankfurt am Main, eine echte Bonzen-Gegend war. Hier rund um Kronberg, Königstein und wie die Nester alle hießen, war ein richtiges Ballungsgebiet, für reiche Leute.
Darum hatte er sich auch hier gedacht, eine Existenz aufbauen zu können. Seinen eigenen kleinen Computerladen mit Schwerpunkt auf Überwachungs- und Sicherheitssystemen hatte er hier angesiedelt und war nach nur sechs Monaten schallend auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Niemand traute ihm zu, dass er das könnte. Es fragte nicht mal einer nach. Als Entwicklungsingenieur, bei einem riesigen Hersteller war er nun wirklich mehr als vom Fach, aber das wusste eben keiner. Ohne Beziehungen warst du aufgeschmissen.
Somit, kurz vor seiner Pleite, musste er das einzige Angebot annehmen, das er bekommen hatte. Er beteiligte sich bei einer Einbrecherbande, an einem lukrativen Einbruch. Eine Idee, die im Nachhinein mindestens genauso bescheuert war, wie sein Laden. Jetzt saß er nämlich da, mit seinem dummen Gesicht, und konnte zusehen, wie er diese dumme Idee wieder gerade bekommen könnte. Dieses Haus hier wurde von der Truppe lange ausspioniert. Durch einen Spitzel wussten die Ganoven, dass die Bewohner nach Österreich gefahren waren, um dort Ski zu fahren. Alles super soweit. Was aber in einer demzufolge leerstehenden Villa zu holen sein sollte, fiel Julian natürlich erst jetzt ein. Ein neuer und sicher edler Mercedes SL stand in der Garage. Leicht zu klauen, auf diese Art, nur wie zu Geld zu machen?
Der Panikraum
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Der Panikraum
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