Der Schönling und das Biest

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Der Schönling und das Biest

Der Schönling und das Biest

Sven Solge

„Wie kommst du drauf, dass ich einen Freund habe?“
Weil so eine attraktive Frau nie allein ist!“
„Du findest mich schön?“, fragte Michelle und man sah ihr an, dass sie sich freute!
„Das habe ich nicht gesagt! Ich finde dich attraktiv, das ist etwas anderes!“ Ronny schaute ihr direkt in die Augen und musste innerlich schmunzeln, weil er sah, dass es hinter Michelles Stirn arbeitete.
„Das verstehe ich nicht?“, kam es dann plötzlich über ihre Lippen. „Wenn jemand attraktiv ist, dann ist er doch auch schön?“
„Nein, nicht unbedingt! Natürlich kann ein Mensch auch attraktiv und gleichzeitig schön sein. Aber die Attraktivität eines anderen Menschen nimmt man unbewusst wahr, das hängt mit der Symmetrie des Körpers zusammen. Einen symmetrischen Körper finden wir einfach attraktiver.
Schönheit ist umfassender!
Schönheit nimmt man bewusst wahr, deshalb ist das auch subjektiv, weil jeder Mensch ein anderes Schönheitsideal hat.
Nachdenklich nippte sie an ihrem Cappuccino und als sie die Tasse abgesetzt hatte, fragte sie erneut: „Und hast du eine Freundin?“
„Nein, ich habe keine Freundin!“, sagte Ronny ruhig.
Wieder landete ihre Hand auf seinem Oberschenkel, dieses Mal aber nur kurz, indem sie sanft hin und her streichelte und dann ihre Hand wieder auf den Tisch legte.
„Ich habe mich gerade von meinem Freund getrennt!“, flüsterte sie leise, sodass es wirklich nur Ronny verstand.
Ronny warf einen Blick auf seine Uhr und meinte dann: „Du ich muss los, habe noch eine Verabredung!“
„Mit einer Frau?“, kam es prompt.
„Ja!“, erwiderte Ronny und als er ihr enttäuschtes Gesicht sah: „Mit meiner Mutter, ich muss für sie noch den Wochenendeinkauf machen!“, fügte er lachend hinzu.
Sie erhoben sich gleichzeitig und in dem engen Treppenhaus, stoppte Michelle plötzlich und küsste ihn: „Ich mag dich, Ronny!“, haucht sie, drehte sich um und ließ einen verdatterten Mann zurück.

-*-

Ronny sah Michelle erst fünf Tage später wieder, er hatte sein Training einmal ausfallen lassen müssen, da seine Mutter krank geworden war und er sie zum Arzt hatte fahren müssen.
Irgendwie kam Michelle ihm verschnupft vor, denn als er sie freundlich begrüßte, reagierte sie etwas zickig. Erwiderte seinen Gruß kaum, trat aber umso mehr in die Pedale.
Er wandte sich ab und begann sein Training, erst als eine andere Sportlerin den Raum verließ, kam Michelle zu ihm rüber und fragte ihn mit etwas gepresster Stimme: „Wo warst du so lange, ich habe dich vermisst?“
Ronny fühlte sich etwas in die Ecke gedrängt, deshalb antwortete er nur kurz. „Ich hatte keine Zeit!“

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