Nach ungefähr einer halben Stunde hörte sie, wie die Wohnungstür geschlossen wurde, erst dann wagte sie sich wieder hervor.
Der Kaffeebecher stand noch unberührt auf dem Tisch. Daneben lag ein Zettel: „Es tut mir leid!“
Ihre Kündigung schickte sie noch am gleichen Tag per E-Mail ab, als Begründung gab sie an: „Persönliche Differenzen mit der Geschäftsleitung!“
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Am drauffolgenden Tag klingelte mehrfach ihr Handy, oft war es Britta, aber auch eine unbekannte Nummer. Das konnte nur Haymo sein, der wohl Angst vor einer Anzeige bekam und um Schadensbegrenzung bitten wollte. Darauf schaltete sie ihr Handy aus.
Als es am Abend an ihrer Tür klopfte und sie am Rhythmus erkannte, dass es Paolo war, öffnete sie vorsichtig die Tür immer darauf bedacht, sie sofort wieder zu schließen. Doch er stand alleine vor der Tür und hielt ihr einen großen Strauß roter Rosen entgegen: „Ich möchte mich entschuldigen!“
„Komm rein!“ Romy trat beiseite und ließ ihn eintreten.
„Wofür willst du dich entschuldigen, du hast doch nichts gemacht?“
„Weil ich gestern deiner Freundin die Tür geöffnet habe. Ich wusste nicht, dass ihr Streit hattet.“ Er stand unschlüssig vor ihr und drehte die Rosen in seiner Hand hin und her.
„Sind die für mich?“, fragte Romy ihn deshalb, um ihm ein wenig entgegenzukommen.
„Ja!“ erleichtert gab er ihr den Strauß, wohl froh ihn endlich loszuwerden.
„Danke!“, sagte Romy, beugte sich vor und gab ihm einen Kuss auf die Wange. „Möchtest du einen Kaffee oder lieber einen Schnaps, damit sich deine Aufregung etwas legt?“
„Einen Schnaps!“, kam es wie aus der Pistole geschossen.
Komm, setzt dich ins Wohnzimmer, ich stelle nur schnell die Blumen in die Vase. Sie holte eine Vase aus dem Schrank und gleichzeitig die Flasche Cognac, die sie für solche Fälle immer parat hatte.
Paolo und sie kannten sich schon seit ihrem ersten Tag hier im Haus. Er war ein hilfsbereiter Nachbar, der immer für sie da war. Natürlich spürte Romy, dass Paolo sie verehrte und nur zu schüchtern war, um ihr das zu sagen.
Sie schenkte ihm ein Glas Cognac ein und ging dann in die Küche, um die Rosen zu versorgen.
Als sie zurückkam, hatte Paolo schon getrunken. Nachdem sie die Blumen auf den Tisch gestellt hatte, schenkte sie sich auch ein Glas ein und füllte Paolos noch mal auf.
Sie prostete ihm zu und meinte dann, nachdem sie getrunken hatten: „Du weist aber schon, was rote Rosen bedeuten, oder?“
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