Und es gab viel zu tratschen in und über Wengerberg, vor allem standen kleine Liebesgeschichten im Zentrum des Interesses. Immer mal wieder wurde auch über Sebastian spekuliert, den unbeweibten Sebastian, und was er wohl in seinem kleinen Hof trieb, wenn der Frühling seine Triebe trieb. Machte er es mit den Kühen? Den Schweinen gar... die Fantasie der Mütter kannte keine Grenzen, wenn es darum ging, Sebastians Liebesleben in allen denkbaren Farben auszudrücken.
Dann war da der Abend, an dem er sich einfach neben Anna auf die Bank setzte und wortlos den spielenden Kindern zuschaute. „Du... hier... was für eine Überraschung“, sagte Anna mit ihrer angenehmen dunklen Stimme. Sebastian schwieg. Er hoffte einfach, dass Anna es nicht plötzlich eilig hatte und ihre Sachen zusammenraffte. Aber das geschah nicht. Ruhig nahm sie Klein-Ute von ihrer Brust, tupfte die kleine Schnute des Babys ab und legte Ute in den Kinderwagen. Erst dann lehnte sie sich zurück und schnürte ihre Bluse. Was Sebastian soeben gesehen hatte, verschlug ihm den Atem. Pralle Milchbrüste, mit einer Haut aus Alabaster, mit feinen blauen Venen unter der Hautoberfläche und riesigen milchschokoladebraunen Nippeln. Als Anna zu ihm blickte, starrte Sebastian geradeaus, so, als würde er die Rotbuche studieren. Aber sein ganzer Körper bebte, und das entging Anna nicht. Sie sass still, so erzogen, dass es immer der Mann ist, der den ersten Schritt tun muss. Anna war zwar verheiratet, mit dem Silleren Sepp, aber der war auf der Alp und liess seine schmachtende junge Frau viel zu oft allein. Behutsam rutschte Sebastian noch ein bisschen näher an Anna heran. Noch immer tat sie keine Anstalten, den Spielplatz zu verlassen. Sie war am späten Nachmittag einfach hergekommen, um ihr Baby zu stillen. Anna war um diese Zeit die einzige Mutter auf dem Platz; die andern waren wohl längst zuhause, um die Abendarbeit im Stall, in der Küche und mit den Kindern zu verrichten.
Der Spielplatz-Grabscher
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