» Den Milliarden komplett tittenfixierten Männern würde es aber keineswegs um «Gleichberechtigung» gehen, sondern eher um «ja genau, zeigt sie her, eure geilen Möpse».
Dasselbe betrifft die Schamlippen. Kerstin U. aus W. äußert sich auf Instagram dazu. «Es gibt doch nichts zu schämen, oder? Wir sollten unsere Schamlippen in Venuslippen umbenennen dürfen, wie in einem frisch überarbeiteten belgischen Lexikon. Für Scham gibt es keinen Grund.» Einer der ersten männlichen Kommentare unter dem Reel von Kerstin: «Ich sehe das auch so, Kerstin. Schäm dich nicht und zeig uns deine süße Muschi.»
Geht es um den offenherzigen Umgang mit Brüsten und Labien, schrammen die Geschlechter aneinander vorbei, aber sowas von.
Das mag wohl mit ein Grund gewesen sein, dass die Idee von Sebastian, einen «Venuslippen-Workshop» anzubieten, derart einschlug. Der Fahrradhändler war komplett überfordert von der Anzahl der Interessentinnen und Interessenten. Die Interessenten waren Männer, von Vögellust besessen, und sie stellten sich vor, an diesem Workshop nackte Fötzchen befummeln und lustvoll ficken zu dürfen. Die Interessentinnen waren Frauen, die ihre Mitte besser kennenlernen wollten, etwa so, wie sie es sich von Masturbationsseminaren (nur für Frauen!) gewohnt waren.
Das Revolutionäre an Sebastians geplantem Workshop: Die Teilnahme war nicht an ein spezifisches Geschlecht gebunden. Sowohl Männer als auch Frauen durften sich delektieren. Ute und Joana, die bereits beim vorangehenden Workshop ihre Venushügel angeboten hatten, stiegen zu Sebastians Beraterinnen auf. «Du kannst das schon versuchen, Sebastian», sagte etwa Ute. «Sei dir aber bewusst, dass die Motivation, diesen Workshop zu besuchen, geschlechterabhängig sein wird. Frauen erhoffen sich Selbsterfahrung, Männer wollen lecken, fummeln und vögeln.
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