Der Venuslippen-Workshop

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Der Venuslippen-Workshop

Der Venuslippen-Workshop

Anita Isiris

Dennoch wurden sich Sebastian, Ute, Joana und Pater Brenda handelseinig: Am kommenden Abend sollte der Geistliche in der gut besetzten Fahrradwerkstatt den ersten Venuslippen-Workshop in town eröffnen.

Viele Angemeldete mussten abgewiesen und auf spätere Kurse vertröstet werden. Sebastians Fahrradwerkstatt im Keller unten bot Platz für zwanzig Personen, zehn Männer und zehn Frauen. Ute würde sich als Modell zur Verfügung stellen. Sie verbrachte eine schlaflose Nacht. Was würde der Schweinepriester wohl mit ihr anstellen – vor all den Leuten? Im vorangehenden Venushügel-Workshop hatte sie sich nie ganz ausziehen müssen. Ihr Venushügel war mit Sahne bespritzt und von Kursteilnehmern sauber geleckt worden. Dabei hatte sie sich sicher gefühlt, weil sie nicht nur ihr Höschen, sondern auch ihren BH hatte anbehalten dürfen. Einmal war sie gekommen und hatte sich an der Liege festgeklammert, um nicht vor Lust aufzuschreien, Lust, die wie ein stürmischer Ozean über sie hinweg gebrandet war.

Nun saß sie im Schneidersitz, in einem rosa BH, untenrum komplett nackt, auf dem Untersuchungstisch, den Sebastian mit einem dunkelblauen Seidentuch bezogen hatte. Die Frauen im Raum betrachteten sie wohlwollend, die Männer fixierten ihren Schambereich, den sie mit ihren Händen züchtig verdeckte.

«Liebe Gemeinde», eröffnete Pater Brenda den Reigen. «Mir steht die Ehre zu, den ersten Venuslippen-Workshop außerhalb meiner Freikirche zu eröffnen. Die auserwählte Ute an meiner Seite stellt sich mutig zur Verfügung, denn das ist es, was es braucht: Mut. All die Frauen, die zu mir in die Beichte kommen und mir ihr Innerstes preisgeben, brauchen Mut. All die Frauen in der Bibel – Eva, Loth und wie sie alle heißen –, haben Mut gebraucht. Mut, zu sich zu stehen und zugleich die natürliche Lust ihrer Männer zu befriedigen.

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