Die Clit war gut zu sehen; alle schauten genau hin. Für die Männer im Publikum war die Clit so etwas wie ein Knöpfchen, auf das man drücken kann, wie bei der Ampel am Fußgängerstreifen. So bringt man Frauen zum Orgasmus, bildeten sie sich ein, verdrängend, dass eine Frau, die stöhnt, wenn ihre Clit berührt wird, ihren Höhepunkt höchstwahrscheinlich vortäuscht. Die Frauen im Raum wussten es besser. Die Clit ist ein umfassendes Organ mit über 4'000 Nervenzellen und dehnt sich bis weit in den Bauchraum hinein aus. Im Grunde wussten nur Freundinnen, die es ihrer Freundin besorgten, so richtig genau, wie man eine Frau zum Orgasmus bringt – zu einem echten, natürlich.
Aber Pater Brenda machte seine Sache gut. Mit filigranem Geschick kitzelte er Utes Damm. Diese hatte ihre Beine angezogen und präsentierte dem Publikum ihre intimste Stelle: ihre Vulva, ihren Damm, ihr Arschlöchlein und – klar – ihre Pobacken in erregender Perspektive. Der Künstler streichelte Utes Pobacken, dann verweilten seine Finger an ihrem Anus. Pater Brenda konnte sich kaum beherrschen, denn er liebte das weibliche Polöchlein über alles. Aber er ging sanft zu Utes Oberschenkeln über, zu deren Innenseite, verweilte kurz auch dort, dann befasste er sich wieder eingehend mit Utes Labien, so, wie es ihm im Instagram-Reel der hübsch frisierten Frau in Unterwäsche beschrieben worden war. Utes Clit ließ er aus. «Die Clit lassen wir aus», dozierte er. «Ute sehnt sich in ihrem jetzigen Stadium nach einer Berührung genau dort. Die gebe ich ihr aber nicht. Schön rundherum … streicheln, macht mit euren Fingern, was ihr wollt – umgeht aber dieses kleine, steife Knöpfchen.»
Pater Brenda ging in die Knie, soweit seine Arthrose das zuließ; Sebastian schaffte es noch gerade, ihm ein Kissen hinzuschieben.
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