Die Töne wurden härter, brüchiger, verloren an Tiefe, während gleichzeitig die Musik nicht aufhörte, ihnen eine Form zu geben, sie einzubinden, ihnen Bedeutung zu verleihen.
Sie schaute durch das immer größer werdende Loch in den Flügel. Sie sah die kleinen Hämmer, die entweder ins Leere oder gegen noch intakte Saiten schlugen. Der Vorschlaghammer hatte bereits gewaltigen Schaden angerichtet – und alles war ihr Werk.
Irgendwann ließ sie den Hammer fallen. Ihre Hände waren zerschunden, die Knöchel aufgerissen. Sie sank auf den Knien auf dem zerstörten Flügel zusammen und begann zu weinen.
Klara spielte noch ein paar Takte, dann brach die Musik plötzlich ab.
Sie erhob sich, trat hinter Sophie und hauchte ihr ins Ohr: „Manchmal braucht es nur jemanden, der den richtigen Moment erkennt.“
Sophie zitterte. Zwischen ihren Schenkeln klebte die Mischung aus ihrem eigenen Saft, dem Sperma des Truckers und dem, was Klara gerade aus ihr herausgeholt hatte.
Klara strich ihr einmal über den Rücken und verließ den Raum, ohne sich noch einmal umzudrehen.
Sophie blieb allein zurück – auf dem zerstörten Flügel, die Beine leicht gespreizt, das nasse Kleid hochgeschoben.
Der Raum war gespenstisch still. Nur das leise Knacken des gebrochenen Holzes und das Tropfen ihrer nassen Haare waren zu hören.
Ein Schluchzen brach aus ihr heraus. Laut. Hässlich. Unkontrolliert. Sie schlug die Hände vors Gesicht und weinte.
In diesem Moment kam Klara zurück. Ohne ein Wort setzte sie sich direkt hinter Sophie auf den Flügel, schlang die Beine um ihre Hüften und zog sie fest mit dem Rücken an ihre Brust. Ihre Arme umschlangen Sophie von hinten, eine Hand legte sich besitzergreifend auf ihren Bauch, die andere glitt sofort unter das nasse Kleid.
Sophie lehnte sich schwer gegen sie.
Der zerstörte Flügel
Sophie von Wolfenstein - Teil 9
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Der zerstörte Flügel
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