„Sobald wir am Tisch sitzen, fangen wir an, die richtigen Fragen zu stellen. Nicht zu aggressiv. Wir wollen erst einmal Vertrauen aufbauen und Einblick bekommen.“
Er machte eine kurze Pause, dann sprach er weiter:
„Und wenn sie uns erst einmal reingelassen haben… dann wird es schwierig für sie, uns wieder loszuwerden.“
Ein dünnes, kaltes Lächeln erschien auf seinem Gesicht.
„Fangen wir also an zu warten. Aber bereiten wir uns schon jetzt auf das nächste Gespräch vor.“
***
In den Tagen nach dem Vorfall versuchte Sophie, möglichst wenig an den Flügel zu denken. Der Alltag im Büro hatte sie wieder eingeholt.
Sophie saß in einer Besprechungsrunde mit den Abteilungsleitern. Das Gespräch lief schon über eine Stunde. Da die aktuellen Themen sie nicht direkt betrafen, hatte sie sich etwas zurückgezogen und bearbeitete leise einige Dokumente auf ihrem Laptop.
Nach einer Weile wurde das Gespräch unangenehm. Herr Breitenkopf, Leiter der Finanzabteilung, wandte sich mit scharfem Ton an Eva Stein:
„Frau Stein, wie sieht es denn nun mit der Finanzierung aus? Wenn ich mir Ihre Werte vom letzten Mal ansehe, die passen einfach nicht.“
Eva blätterte nervös in ihren Unterlagen. „Ich werde die Sachen prüfen und mich in den nächsten Tagen dazu melden.“
„Es kann doch nicht sein, dass wir diese Meetings haben und dann, wenn solche Fragen auf den Tisch kommen, die verantwortlichen Personen dazu nichts sagen können. Zumindest eine grobe Zahl benötige ich dringend.“
Eva wurde sichtlich unruhig. „Also aus meiner Sicht müsste alles stimmen und ich kann mir die Differenz, die Sie gerade aufzeigen, nicht erklären.“ In einem fast flehentlichen Tonfall bat sie: „Können wir in zwei Stunden noch einmal sprechen? Dann gebe ich Ihnen eine exakte Schätzung.“
Herr Breitenkopf reagierte unwirsch.
Der zerstörte Flügel
Sophie von Wolfenstein - Teil 9
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Der zerstörte Flügel
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