Vielleicht nicht gleich hundert für weniger als eine halbe Stunde, so lange war sie noch gar nicht in seinem Zimmer. Warum hatte sie nicht vorher klar gesagt, was sie als Lohn wollte und warum nur, hatte er sie nicht gefragt?. Alles war so rasch und so überraschend erfolgt, dass er es einfach vergessen hatte. Vielleicht hatte er sich auch tatsächlich eingebildet, dass sie ihn wollte und nicht nur sein Geld. Also doch kein Märchen, dachte er. Er hatte sich zu unrecht eingebildet, dass er als Mann attraktiv war, ihr etwas geben konnte, das so etwas wie Liebe sein könnte. Er hatte sich zu unrecht vorgestellt, dass sie nur aus gegenseitigem Spaß vögeln könnten, ohne Verpflichtungen, ohne finanzielle Absichten, wie man so sagt. Ihre deutliche Forderung überraschte ihn mehr als die Höhe des Geschenks, das sie nun erwartete. Warum überhaupt ein Geschenk? Warum redete sie nicht einfach von Geld, von Lohn?. Er stotterte, warum sie denn sicher sei, dass er ihr das Geschenk gebe. „Wir hatten Spaß, du und ich und du bist anständig, sonst wäre ich nicht gekommen. Du zahlst freiwillig, weil du bekommen hast, was du wolltest und weil ich das Geld brauche. Claro?“ Und wenn nicht, wagte er einzuwerfen. „Wenn nicht, dann muss ich leider etwas direkter werden. Ich könnte dir Vergewaltigung oder etwas Ähnliches vorwerfen, du verstehst, das wäre für dich sehr unangenehm. Außerdem ist der Nachtportier mein Freund. Nicht so, wie du denkst, aber er hilft mir, wenn ich ihn brauche. Und außerdem, wenn du schon in dieses Hotel gekommen bist, hast du doch gewusst, was dich hier erwartet. Warum willst du jetzt anfangen Zicken zu machen? Du weißt doch, wie das hier abläuft oder etwa nicht? Also, gib mir die hundert und lass uns in Freundschaft auseinandergehen, denn mir hat es gefallen mit dir.“
Er gab ihr das Geschenk und war sich gar nicht mehr sicher, dass er gelinkt worden war, immerhin hatte er Spaß gehabt, immerhin hatte sie gegeben, was man erwarten konnte.
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