Der Barbesuch

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Der Barbesuch

Der Barbesuch

Walburga Slamanig

Der plötzlich einsetzende heftige Regen war der Grund dass er sich in das nächstgelegene Lokal flüchtete. Seine Haare wellten sich vom Regen und auch seine Kleidung war nass geworden. Die dunkle Jean klebte an den Oberschenkeln und das Hemd an seinen Schultern. Der Eingang den er betrat war fast im Dunkeln gelegen und mühsam gewöhnten sich seine Augen daran. Nach ca. zwei Metern trennte ein dicker Vorhang aus Filz den Raum den er nun betrat. Auch hier war die Beleuchtung sehr spärlich so dass er die Nischen in den Ecken kaum einsehen konnten.
Leise Musik empfing ihn die lauter wurde je näher er zur Bar kam. Die langgezogene Theke schien aus poliertem altem Nussholz gemacht und dahinter stand der Barkeeper der wie es ihm schien ihn neugierig betrachtete. Er war fremd in diesem Stadtteil und wäre nicht dieser Regen gekommen hätte er in dieses Lokal wohl kaum seinen Fuss gesetzt.
Einen Whiskey mit Eis sagte er schliesslich laut und vernehmlich als er am Barhocker Platz nahm. Während der Barkeeper den Drink eingoss betrachtete er den Raum etwas genauer. Nun konnte er die Nischen etwas genauer erkennen ,runde kleine Tische mit Plüschsesseln um sie drapiert, die bis auf zwei leer waren. Ein Paar dass dort sass schien sich zu küssen oder auch nicht. So genau konnte er es aus seinem Blickwinkel nicht sehen.
Am anderen Ende der Theke sass eine Frau mittleren Alters. Er fand sie schön und fragte sich was sie wohl um diese Zeit alleine noch in einer Bar tat, ausser ihre Einsamkeit mit Whiskey runterzuspülen.
Sie merkte wohl seinen Blick und sah ihn an, ein leichtes Lächeln huschte über ihr Gesicht und sie hob ihr Glas. Er nahm seines in die Hand ,dass man ihm hingestellt hatte ohne es zu bemerken.
Kurz überlegte er ob er sich näher zu ihr setzen sollte als sie schon ihr Glas genommen und neben ihm Platz nahm. Ihr Hallo war fast geflüstert und höflich mit leicht belegter Stimme grüsste er zurück.
‚Sind sie neu Hier‘ fragte sie ihn. Ich bin nur auf der Durchreise, erklärte er kurz und schwieg.
Aus den Augenwinkeln betrachtete er sie. Ja, sie gefiel ihm ausnehmend gut, sie sah sehr gepflegt aus.
Ihr halblanges Haar war Rot oder Braun . Genauer konnte er es in dem diffusen Licht nicht ausmachen.
Aber es hatte einen schönen Glanz und ein paar Lichtreflexe spielten darin. Sie trug ein dunkles Kleid dass ihre gute Figur betonte und ihre Oberarme frei liess. Der Saum war knapp ober dem Knie, der sich allerdings wenn sie sass nach oben rutschte. Er wusste nicht weshalb, aber einen Moment lang verspürte er in seiner Magengegend einen kleinen Stich. Sie hatte die Beine ein wenig gespreizt und er sah ihren Innenschenkeln entlang. Aber es wirkte nicht vulgär, auch konnte er nicht sagen ob es ihre Absicht war oder nur ihr Wunsch nicht das Gleichgewicht am Hocker zu verlieren. Die Beine waren zwar nicht allzu lang aber gut proportioniert. Ihre schlanken Fesseln gefielen ihm ebenso wie ihre Waden die ihm plötzlich ganz nahe waren als sie ihre Beine wieder kreuzte. Ihre Hände, die auf dem Glas ruhten waren klein und von ansprechender Form. Sein Blick glitt rauf zu ihren Oberarmen die schmal und doch ein wenig Muskeln zeigten. Sie schien entweder seine Blicke zu ignorieren oder genoss sie. Er wusste es nicht. ‚Sind sie oft hier‘ ,kam es schliesslich leicht gepresst aus seinem Mund. Doch ,ja, erwiderte sie ihm, fast jeden Tag.
Wieder kreuzte sie die Beine diesmal sah er, nein genau sah er es eigentlich nicht. Das heisst er nahm an dass sie kein Höschen trug. Ihm wurde heiss und die Temperatur schien plötzlich im Raum anzusteigen.
Sein Mund war trocken und mit einem Schluck machte er das Glas leer. Noch einen Drink ,rief er und verzweifelt um seine Fassung bemüht hielt er das Glas fest. Er konnte seinen Blick nicht von ihr wenden und als sie ihn anlächelte fuhr sie ganz leicht mit ihrer Zunge über ihre Lippen und benetzte sie. Ein leises Seufzen entkam ihm und er hoffte sie habe es nicht gehört. Frank Sinatra sang im Hintergrund my way und seine Hände wurden feucht .Sie musste es sehen ,seinen begehrlichen Blick auf ihrem ganzen Körper. Mit seinen Augen schien er sie überall zu berühren. Seine Gedanken-Finger berührten ihre Oberarme, mit den Nägeln fuhr er die Innenseiten der Arme entlang. Seine Augen wurden zu Zungen die von ihren Zehen den Weg über die Innenschenkeln sich vorwagten. Sie schien es zu geniessen und spielte mit ihren Fingern entlang des Glasrandes, befeuchtete die Finger immer wieder, sehr langsam und sah ihn dabei an.
In ihren Augen sah er die Lust aus den kleinen Lichtreflexen leuchten die sich mit dem Begehren in seinen Augen traf. Sein Atem ging schwer und jede ihrer Bewegung schien ihm dazu angetan seine Begierde zu steigern. Er stellte seinen Hocker nahe an ihrem, und seine Hand begann ihre Haut zu berühren. Sie war weich und von angenehmen Duft der ihm leicht entgegenströmte. Sie hatte ihre Schenkel nicht mehr überkreuzt sondern sich etwas breiter auf dem Stuhl plaziert. Der Barkeeper schien verschwunden und auch die anderen Gäste schienen gegangen zu sein.
Er hatte Recht gehabt, sie trug kein Höschen. Sie stöhnte leise auf als er am Ende ihrer Oberschenkel ihre Behaarung berührte.
Sie sah ihn dabei an und fragte :wie heisst du eigentlich?
Aufwachen Liebling, die schrille Stimme schien bedrohlich näher zu kommen als eine Hand ihn recht unsanft an seiner Schulter zu schütteln beginnt. ‚Aufwachen‘ tönt es nun ganz nahe.
Langsam öffnet er die Augen um sie sogleich wieder zu schliessen.
Unbarmherziges ,grelles Tageslicht ,tägliche Geburt eines beschissenen Tages.
Die Zellen seines frustrierten Lebens aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt ,ausser die Flucht in die virtuelle Wirklichkeit der Träume in der er Mann sein kann .

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