Der Geschäftstermin

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Der Geschäftstermin

Der Geschäftstermin

Loxiaohu

Das hatte ich vor lauter Verblüffung glatt vergessen und trat neben sie. „Dein Schmuck gefällt mir.“ sagte sie wie nebenbei und ich glaube ich bin ziemlich rot geworden.
Sie bemerkte es und schüttelte lächelnd den Kopf: „Den auch, aber den meine ich jetzt gerade nicht. Darf ich?“ Sie trat auf mich zu und streckte die Hand nach meinem silbernen Halsband aus. Ich hatte einen richtigen Kloß im Hals und konnte nur nicken. Sie strich ganz sanft über die glatte Oberfläche und steckte dann einen Finger in den kleinen silbernen Ring, der daran befestigt ist. Ganz leicht zog sie daran und ich wagte nicht, es ihr zu untersagen. Sie legte den Kopf schief und sah mich prüfend an. Dann nahm sie meine Hände und besah sich meine Armreifen. Sie spielte ein bisschen mit dem Schnappmechanismus und ich war überrascht, dass sie ihn auf Anhieb fand.
„Bist du seine Sklavin?“ fragte sie und ich bemerkte, dass auch ihre Stimme ein wenig rauer klang als vorher und ganz leicht zitterte. Auch sie war wohl sehr erregt. Ich nickte zögernd, wohl wissend, daß ich gerade ein intimes Detail aus dem Privatleben meines Freundes preisgab, doch ich konnte in diesem Moment ganz einfach nicht lügen. Sie ließ meine Hände los und sah mir wieder ins Gesicht. Die Sicherheit, die sie vorher ausgestrahlt hatte, war verschwunden. „Behandelt er dich gut?“ fragte sie und ich konnte ihr ansehen, daß sie die Antwort auf diese Frage fast ein wenig fürchtete. Sie streichelt mir sanft über die Wange und es war wie die Berührungen ihrer Augen, sehr zart und, wie ein Windhauch, kaum zu spüren. Als ich erneut nickte und sie in meinem Blick ganz offensichtlich nichts fand, was sie an dieser Aussage zweifeln ließ, ergriff sie erneut meine Hand. „Ich habe Lust, ein bisschen spazieren zu gehen. Kommst du mit?“ Ich dachte an das wichtige Geschäftsessen, bei dem man uns sicher schon vermisste und daran wie viel für meinen Liebsten davon abhing und zögerte mit meiner Antwort. Das dauerte ihr wohl zu lange, denn sie zog mich einfach hinter sich her nach draußen. „Nun komm schon, oder wirst du ausgepeitscht, wenn du nicht um Erlaubnis fragst?“

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Gedichte auf den Leib geschrieben