Der Seitensprung

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Der Seitensprung

Der Seitensprung

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Diese Geschichte handelt von meiner Exfreundin B. meinem Exbestenfreund R. und einer weiteren Frau namens A.
B. und ich, wir waren schon seit drei Jahren zusammen. Lange genug, daß wir uns auswendig und auch inwendig kannten. Nach so langer Zeit war auch der Sex zu einer reinen Routineübung geworden und genauso spannend und abwechslungsreich, wie meine allmorgendlichen dreißig Liegestütze.
Zum Glück wohnten wir aber noch nicht zusammen.
Ja. Und irgendwann war es dann passiert. Der Seitensprung. Das Mädchen hieß A.; ich hatte sie ein paar Wochen zuvor auf einer Party kennengelernt und irgendwann rief sie mich an. Wir verabredeten uns, trafen uns abends in einem Café, tranken ein paar Gläser Wein und landeten später bei mir zu Hause, um die Schlacht auf der Matratze zu schlagen.
Sie war es, die im Eifer des Gefechts mit dem Fuß das Telefon neben dem Bett entgabelte und die von mir programmierte Schnellwahltaste zu B. drückte.
Ich bemerkte es erst bei der Zigarette danach, als ich den Hörer neben dem Fernsprecher sah. Als ich wieder auflegen wollte, strahlte mich vom Display her B.‘s Nummer an. Diese wurde von meinem Apparat zuletzt gewählt.
Verdammt, dachte ich. Was jetzt? Ich hielt den Hörer ans Ohr. Freizeichen. Wenn B. also rangegangen war, dann hatte sie irgendwann wieder aufgelegt.
Konnte sie meine Stimme erkannt haben? Vielleicht. Aber beweisen hätte sie es nicht können. Durchs Telefon sind Stimmen schwierig zu erkennen. Wenn ich ihr also ein handfestes Alibi liefere, könnte ich jeden Verdacht von mir abwälzen, dachte ich.
Am folgenden Abend war ich mit B. in einem kleinen Café verabredet.
R.– ein guter Freund von mir – war dort häufig als Kellner tätig. Durch ihn wollte ich mir mein Alibi verschaffen.
Also rief ich Nachmittags R. an und fragte ihn, ob er vielleicht behaupten könnte, daß er mich den ganzen vergangen Abend in seinem Restaurant gesehen hatte.
Ich hörte ihn komisch grinsen. Er lehnte meine Bitte ab. Er sagte, daß das zu riskant wäre, da er an jenem Tag selber nicht im Café war. Er erzählte mir, daß er die Nacht bei irgendeiner Frau verbracht hatte. Und dann erzählte er mir noch eine kleine Anekdote. Er wäre also bei dieser Frau gewesen, sie waren gerade richtig dabei, und plötzlich klingelte das Telefon. Und dann hätten welche das ganze Band vom Anrufbeantworter vollgestöhnt.
Ich fragte R., bei wem er denn nun übernachtet hatte.
"Ach. Irgendsone Trulla. Die kennst du nicht", war seine Antwort.

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