Sie lächelte ihn an. "Kann ich dir helfen?" fragte sie, ihre Stimme klang weich, tiefer als eine normale Frauenstimme und vollführte fast eine streichelnde Bewegung auf seiner Haut."Ja, ich, äh, also ich wollte…." "Ja?" Sie musste schmunzeln, er war aber auch ein süßer Kerl. Er war ihr gleich aufgefallen, schon als er in der Türe stand wusste sie, das, genau das wird er sein.
Sein durchtrainierter Körper wurde betont durch diese knackige Jeans, das legere Sommerhemd, leicht aufgeknöpft, gab den Blick frei auf seine männlich behaarte Brust, mmhh, sie liebte Flokati, diese gelockten schwarzen Wuschelhaare, wie sie sich, einer Armee gleich, gen Süden zusammenrotten …ein bekanntes Kribbeln durchfuhr ihren Körper.
Die erste Verwunderung legte sich und er traute sich zu, seiner Stimme wieder Herr zu sein. "Ich möchte einen Läufer kaufen " Er deutete auf den Stapel vor sich " und zwar in … in … ja, in blau… so blau wie Deine Augen…" Hatte er das jetzt wirklich gesagt? Sie lächelte verwegen.
"So blau? Nun…," ihre Augen blitzten, "wir haben da ein sehr schönes, wirklich außergewöhnliches Exemplar!"
Sie klatschte zwei mal in die Hände und aus einer Seitentüre erschienen zwei mächtige Nubier in weiten roten Pluderhosen, die in scharfem Kontrast zu ihren nackten, schwarzen, glatt rasierten Oberkörpern standen. Sie nickte.
Ohne ein Wort nahmen die beiden Hünen einen mittelgroßen Teppich aus einer seitlichen Nische und verschwanden im hinteren Teil des Ladens.
Mit heimlicher Freude beobachtete sie sein ungläubiges, erstauntes Gesicht.
Dieses Gesicht faszinierte sie, dieses markante männliche Kinn, diese klare Linienführung und noch dazu diese dunkel geränderte Brille, fast schon nostalgisch, jedoch im Gesamtausdruck jungenhaft mit netten Grübchen und offen. Ein stilles, aber tiefes Wasser… da war sie sich sicher, ganz sicher.
Sie winkte ihm ihr zu folgen.
Der Teppichkauf
Kapitel 4
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Der Teppichkauf
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