Wie in Trance schritt er hinter ihr her.
Sie betraten einen offenen Aufzug, langsam, wie von Geisterhand setzte sich dieser in Bewegung… abwärts.
Während der Fahrt musterte sie ihn, wie er so da stand, wie er nicht wusste wohin schauen.
Er war angespannt, mit jeder Faser seines Körpers, wie eine Feder, zum Sprung bereit, harte Konturen wurden unter seiner Jeans sichtbar und ließen seine Erregung erahnen.
Der Aufzug kam sanft zum Stillstand. "Komm" sagte sie, streckte mit einer eleganten Bewegung ihren Arm aus, nahm seine Hand und führte ihn in das Halbdunkel eines mit Fackeln beleuchteten Raumes.
Mitten in diesem Raum lag ausgebreitet der Teppich aus der Nische.
Meinte er das nur oder strahlte der Teppich in einem bläulichen, fast atmosphärischen Licht? … er wusste es nicht, nur eines wusste er, ihm wurde warm, sogar sehr warm.
Als ob sie in seinen Gedanken las, erklärte sie: "Natürlich ist es warm hier, die Teppiche sollen sich ja wohl fühlen" und nach einer Pause "und du auch".
Sie zog ihn mit einer zärtlichen Geste näher an das Licht.
Es war ein prachtvoller Teppich, ganz in verschiedenen Blautönen gehalten, die Motive zeigten, neben floralen Mustern, eindeutige Szenen aus dem Liebesspiel von Mann und Frau.
"Dieser Teppich ist ein Unikat" begann sie, "er wurde von zwei Liebenden geknüpft, über 15 Millionen Knoten verteilt über ein ganzes Leben. Nach jeder leidenschaftlichen Nacht knüpften sie zusammen eine weitere Spielart. Man sagt, wer sich auf diesem Teppich niederlegt, wird wahre unbändige Wonnen verspüren und vergehen in glühender Lust."
Sie trat auf ihn zu, senkte die Stimme und flüsterte nah an seinem Ohr: "Wenn du ihn kaufen willst, solltest du vorher davon kosten."
Er schloss die Augen, schluckte, ihr Duft hüllte ihn ein, ihre Nähe ließ ihn vibrieren und er konnte sich beim besten Willen nicht mehr zurückhalten, unvermittelt zog er sie an sich.
'Ja', dachte sie, 'wie stark er ist, ja, diese kräftigen Arme, diese Muskeln', sie merkte wie das Verlangen in ihr hochstieg, wie er sie an sich presste, seine gespannte harte Männlichkeit drängte sich ihr entgegen. Seine Hände wanderten gierig über ihren Körper, rissen ihr den Schleier samt Turban herunter, ihr rotes lockiges Haar ergoss sich über ihre Schultern. Rosa schimmerten die vollen, leicht geschwungenen Lippen, sie suchten und fanden die seinen und verschmolzen zu einem nie gekannten Kuss voller Sinnlichkeit und Hingabe.
`Was passiert hier?´ war sein letzter Gedanke, bevor sie sich auf dem Teppich niederließen, alles um ihn herum versank.
Der Teppichkauf
Kapitel 4
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Der Teppichkauf
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