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Ehemann und Liebhaber - Teil X

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Madam Lasterhaft

Frühling in München. Kennt ihr dieses reine Gefühl der puren Vorfreude? Ich meine die alleinig bestehende. Klare. Eine Vorfreude, die keinen Platz lässt für andere Empfindungen. Die die abstrakte Denkfähigkeit ein gutes Stück weit außer Kraft setzt. Die sich im Bauch manifestiert und in die Hände und geröteten Wangen niederschlägt. Rote Ohren bei manch einer oder einem hervorruft und zu unbedachten Äußerungen führen kann. Kribbeln. Nervosität in Handlungen und Worten. All das in der Art.

Mein Höschen ist getränkt mit dieser Emotion, die mein Geschlecht gerne mit viel Freude produziert und sich gut seh- und fühlbar hinterlässt. So lange mein Handwerk der Geschichtenschreiberei bestehen kann und für die Zukunft bleibt und nicht durch irgendeine maschinelle, künstliche Intelligenz ersetzt wird. So lange hinterlasse ich euch Auszüge aus der frohen Erwartung meines nahe vor mir liegenden Ereignisses, der Vergangenheit und allem bisher meinem Geiste erblühten. Es für mich ist das Pendant zur Prüfungsangst. Man weiß es wird etwas gefordert, die Belohnung gibt’s zum Schluss. Die Befriedigung ist dennoch um Welten umgreifender als es jede gute Note je sein kann. Manchen Tages bedauere ich es etwas nicht in eure Gesichter blicken zu können. Mich von euren Blicken durchdringen lassen und euch wie im Varieté üblich eine Performance mit meiner Stimme zukommen zu lassen. Zunächst hinter einer Schattenwand verborgen. Dann öffentliches Präsentieren. Nähkästchen öffnen. Und bei dieser Gelegenheit mit Matteo eine live Akt zu vollziehen. Meine Geschichten versickern nicht im dunklen Nichts, sondern werden hier über die virtuelle hoffentlich für lange Zeit, am besten für die Ewigkeit, verfügbar gemacht.

Ich glaube ich habe zu dieser reinen Vorfreude wieder zurückgefunden über die vielen Situationen, in denen ein kleines Fitzelchen der Lust herausspitzeln durfte wie meine Brustwarzen, die durch den Spitzenstoff meines Büstenhalters ihre Form erahnen ließen. Immer wieder hatte die Realität Situationen geschaffen, in denen es keine menschenleeren Umkleidekabinen, Büsche und Momente gegeben hatte und jeder von uns mit einer Erregung in der Hose und im Geiste dastand und sich selbst bändigen musste. Impulskontrolle auf die harte Art. Unser Ventil waren leidenschaftliche Küsse, die manchem Gesellen neidische Blicke entlockten und uns halfen mit dem Feuer in uns und dem Gegenüber etwas umzugehen. Es zur großen Glut werden zu lassen und diese zu hegen und pflegen. Bis der Damm der Lust gefüllt war mit angestauter Libido und sich entladen durfte in einer sinnlichen Überschwemmung. Auf Spielplätzen, auf denen wir uns aus gegebenem Anlasse zugegen waren, erinnerten sie andere daran, dass es auch noch das gab. Leidenschaftliche Küsse. Gerne hätte ich in das eine oder andere Schlafzimmer geblickt um aufwallende Lebendigkeit zu sehen.

Langsam aber sicher schleicht sich doch etwas Müdigkeit in meine Glieder. Meine Augen werden schwerer und schwerer. Ich werde euch morgen von unserem geplanten Auszeitmoment berichten. Wie es tatsächlich war.

Obwohl ich geduscht habe und meine Haut eingecremt ist, erinnert eine feine Nuance von Chlor an unseren Ausflug. Sie steigt mir in die Nase während ich jetzt hier abends nach diesem wunderbaren Tag hier sitze und euch davon erzähle, was passiert war. Draußen ist es stockfinster.

Ich tappte gestern nachdem ich meinen Laptop zugeklappt hatte durch die dunkle Wohnung und versuchte nicht anzuecken oder etwas umzuwerfen. Oder mir lautes Aufstöhnen zu verkneifen, dass daher rührte, dass ich in etwas hineingetreten war, das nicht für Füße gedacht sondern als Spielmaterial genutzt werden wollte. Das kleine Schätzchen nebenan sollte durch das Ganglicht, laute Geräusche oder sonstiges geweckt werden. Auch wenn es mir Tretminen dieser Art ab und an hinterließ. Meine Augen erblickten die dunklen Umrisse von Matteos Oberkörper und Kopf. Ursprünglich wollte er schon längst im Land der Träume sein, während ich meine Finger nicht ruhig halten konnte um hier die Zeilen zu tippen. Halb verschlafen hatte er mich in die Wohnküche geschickt in derer ich mein Notebook immer griffbereit auf dem Fensterbrett liegen habe um zu schreiben. Mit einer ausholenden Bewegung hielt er unsere große Doppeldecke nach oben. Das erinnerte mich vage an einen attraktiven Fürsten der Dunkelheit. Liebevoll umschlossen mich seine Arme. Gerade eben hatte er um die Zeit zu überbrücken eine meiner neu erschienenen Geschichten gelesen und sich daran erregt wie er mit mitteilte. Letzteren Zustand gab er nicht mit Worten zu. Seine einfangenden Streicheleinheiten und die innigen Küsse ließen hier keine weiteren Zweifel zu. Die Müdigkeit des Tages fing uns trotz aller guten Vorsätze ein und ließ uns in Traumwelten abgleiten. Wir überlegten noch, wie wir die Badetasche an unserem Schätzchen vorbeimogeln konnten ohne, dass es uns auf die Schliche kam, dass wir heute nicht in der Arbeit, sondern im Badeparadies etwas in den Diensten unserer Sehnsüchte und Nöte taten.

Morgens wurden wir von der strahlenden Sonne wachgekitzelt. Matteo hatte nachts die Tasche ins Auto geschmuggelt und war wieder sang- und klanglos in unsere Wohnung zurückgekehrt. Gerade noch rechtzeitig erreichten wir die Kinderbetreuung und fuhren geradewegs mit dem fahrbaren, motorisierten Untersatz zum Schwimmbad. Die Eile hatte sich gelohnt, der Frühschwimmertarif war noch zu buchen. Wie angenehm das war. Kaum eine Menschenseele war dort. Als wir in die Familienumkleide gingen wollten wir heute so schnell es ging in die Schwimmhalle kommen. Umso eher konnte man sich eine Auszeit im Whirlpool oder der Umkleide gönnen und hatte brav seinen Körper im Nass bewegt. Für einen Moment kam mir der Gedanke wie ich das früher gelöst hatte. Bereits vor Schulunterricht war ich in meinen Bikini geschlüpft und trug ihn um jede kostbare Minute fürs schwimmen zu nutzen. Im Schwimmerbecken angekommen erinnerte mich Matteo wieder an eines unserer Dates. Wie oft hatten wir uns getroffen. Dann wieder geschworen ein Leben ohne einander hinzubekommen. Und uns dann voller Sehnsucht wieder und wieder im Schwimmbad getroffen bis unsere Leidenschaft in den Alltag kommen durfte und wir Nägel mit Köpfen gemacht haben.

Zurück zu Matteo. Immer wieder schwamm er einfach unter mir und den anderen tief am Boden des Beckens durch. So störte er sich überhaupt nicht an irgendetwas. Am Beckenende wartete er dann breit lächelnd auf mich. Der brav nicht gerade langsam aber eben auch nicht so schnell schwimmenden Frau an seiner Seite. Zumindest verkniff er sich dieses Mal den Kommentar, dass er erschöpft sei weil dieses in seinen Augen langsame Schwimmen viel anstrengender sei als die Bahnen einfach „durchzuziehen“ wie er es nannte. Dabei hatte ich das Schwimmabzeichen in Gold mit meinem Stil auch erreicht. Das was er da tat habe ich trotzdem nie umzusetzen versucht, denn unser Spiel machte mir Spaß und für mich fühlte sich mein Tempo genau richtig an. Von der Seite kam ein Kommentar von einer jungen, alleine schwimmenden Frau „War wohl nix mit gemeinsamem Schwimmes, was?“, konstatierte sie. „Ich kenne meinen Mann nicht anders. Das ist unsere Art das zu genießen.“ konterte ich.

Zeit für eine kleine Pause. Wir gingen vorsichtig über den glatten Fliesenboden. Die armen Mitarbeiter kamen ja doch nicht hinterher mit dem Wischen. Auch wenn nur wenige Füße unterwegs waren. Im schäumenden Whirlpool verließen zwei andere Gäste nach ein paar Minuten das runde Bassin, sodass Matteo seine auf meiner Hüfte ruhenden Finger endlich, von den Bläschen als Sichtbarriere geschützt, in Richtung meiner Brüste wandern lassen konnte. Sehr leicht und luftig fühlten sich seine Finger an. Bevor mein Geist nachkam wo sie zu verorten waren hatten sie diese Stelle bereits verlassen und widmeten sich der nächsten. Er raunte sinnlich etwas mir Unverständliches in meine Ohren. Durch das gluckernde Wasser und das Rauschen der Wellen im Wellenbad wurde das getilgt. War mir letztendlich zugegebenermaßen gleich, wichtig war, dass er nicht nachließ in seinen Berührungen. So waren sie sehr dezent und doch maximal wirkungsvoll. Der Mann wusste einfach wo meine Knöpfe sich befanden und wie diese auf die beste und zugleich für mich schlimmste Art zu erregen waren. Denn meine Kunst ein Pokerface zu nutzen war begrenzt. Die beiden Bademeister lümmelten mit übereinandergeschlagenen Beinen und wippenden Badeschuhen in den Kunststoffstühlen und schauten in die Richtung des Strudelbeckens, das nebenan lag. Lautes Wummern war mir dann doch zu viel. Ich öffnete meine Augen und sah, dass sich mittlerweile einige Menschen vor der großen Box die diese Beats von sich gab versammelt hatten und mit ihren Poolnudeln Übungen vollführten, die der schwarzhaarige Enddreißiger ihnen vormachte. Das war mir dann doch zu viel der Störung. Matteos Blick sagte das Gleiche. Langsam begab ich mich zum Ausgang. „Warte kurz.“ Sagte er während er mein Handgelenk festhielt. Er drückte sachte in seinen Schoß und atmete aus.

Für heute sollte das Dampfbad unser Ort der Intimität sein. Wir öffneten die Glastüre und setzten uns ganz nach hinten ins Dunkle. Gegenüber konnten wir die anderen sehen. Ich zog stehend mein Badehöschen zur Seite.  Matteo ließ sich nicht lange bitten und gab mir endlich die Stöße, nach denen ich gegiert hatte. Seine Finger lockten noch mehr Geilheit aus mir. Meine Oberschenkel waren angespannt. Ich war bereit für seinen Harten. Mein Schulterblick verriet mir, dass dieser bereits prachtvoll abstand und ich mich schön setzen konnte für einen Ritt ins Land der Ekstase. Matteo stützte meine Hüfte um die Schenkel zu entlasten. Kleine, heiße Tropfen lösten sich von der Decke und prallten auf unsere Haut. Immer wieder blickten wir durch die Glastüre hindurch. Der Stachel der Lust brachte meine Empfindungen in neue Höhen. Ich keuchte einen Orgasmus in die Lusthöhle und vernahm gleichzeitig Matteos raunen. Schelmisch grinsend konnten wir die Befriedigung nicht ganz zurückhalten und hüllten uns in unsere Handtücher um uns abzuduschen.

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