Dicke Eier

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Dicke Eier

Dicke Eier

Emil Lorenz

Diese Strapse waren auf den ersten Blick auch das Einzige, an denen man erkennen konnte, dass sie eine der Damen war, die hier auf Kundschaft warteten. Ich lächelte zaghaft zurück. Sie bewegte sich keinen Millimeter. Sie ließ mir die Zeit. Ich ging ein paar Schritte sehr zögerlich auf sie zu. Sie drehte sich jetzt zumindest ganz in meine Richtung. Sie hatte so schöne große blaue Augen und Lippen, die ein Maler nicht schöner hätte treffen können. Es dauerte gefühlt ewig, aber dann stand ich doch vor ihr. Mein Herz schlug bis zum Hals. Ich glaubte, jeden Moment ohnmächtig zu werden, und überlegte jetzt erst, wie ich das Ganze, ohne ein Wort Französisch zu können, angehen sollte. Sie half mir mit einem sanften
„Bonsoir."
Das war gut, das kannte ich. Ich krächzte ebenfalls ein schüchternes „Bonsoir."
„Ça va?", fragte sie leise. Ich schüttelte zaghaft den Kopf: „Pas bon."
„Deutsch?", fragte sie. Ich nickte. Mit einem zauberhaften Akzent fragte sie:
„Möchtest du mich kennenlernen?" Mir fiel ein Stein vom Herzen, sie sprach ein bisschen Deutsch.
Ich brachte ein „Sehr gerne." heraus und wusste nicht weiter. Sie trat etwas näher heran. Mein Gott, war ich nervös.
„Ist 50 Franc okay?", fragte sie. Ich nickte nur, kramte in meiner Hosentasche und hielt ihr den 50er hin. Sie lächelte, sah mich mit ihren blauen Augen an, schüttelte den Kopf und nahm nur meine Hand. „Komm", sagte sie nur und nahm mich an der Hand. Sie zog mich zu der schon ziemlich in die Jahre gekommenen Haustür, und wir gingen hinein. Über eine alte schmale Holztreppe ging es in den zweiten Stock. Beim Anblick des schäbigen Treppenhauses wurde mir zwar mulmig, aber ich folgte ihr. Ihr Po hatte einen sehr grazilen Rhythmus. Ich hätte ihn so gerne berührt. Im zweiten Stock angekommen, öffnete sie die mittlere von drei Türen und zog mich in das Zimmer.

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