Es war immer noch hell. So hell wie am Mittag. Ich schloss die Augen wieder und rekapitulierte den Tag. Ich war um 7:45 Uhr hier am Haus vor der Tür gestanden. Lassen wir es 15 bis 30 Minuten gedauert haben, bis ich die Tasse Kaffee in der Hand hatte. Das war dann so was gegen 8:30 Uhr. Die dann folgenden unglaublichen Ereignisse dauerten garantiert mehrere Stunden. Es war der fantastischste Sex, den ich je hatte, aber damit konnte es unmöglich 9:34 Uhr sein. Möglich wäre 21:34 Uhr. Dazu passte aber das starke Sonnenlicht nicht. Dann bliebe noch der nächste Tag, 9:34 Uhr. Das würde bedeuten, ich hätte, was weiß ich, wie viele Stunden tief und fest geschlafen. Nicht ganz unmöglich, aber nicht sehr wahrscheinlich. Ich hatte keinen Alkohol getrunken, ich war in einer mir fremden Umgebung, ich wäre sicher nachts mal aufgewacht. Zum anderen Tag passte auch das starke Sonnenlicht nicht. Dazu wäre es zu früh. Ich hatte mich noch nicht einen Millimeter bewegt. Irgendetwas stimmte hier nicht. Ich blickte mich mit den Augen wieder im Raum um, soweit ich ihn überschauen konnte. Je länger ich das Bild ansah, desto mehr Dinge fand ich, die komisch waren. Ich sah so gut wie keinen einzigen persönlichen Gegenstand im Raum. Was weiß ich, Bilder, Kerzen, Deko, irgendwas. Es war auch kein Fernseher zu sehen. Keine Zeitungen, keine Bücher, kein Geschirr in irgendwelchen Schränkchen oder Vitrinen. Da war ja die Möbelausstellung in irgendwelchen Einrichtungshäusern noch persönlicher. Der Teppich auf dem Boden war wie steril, es war nicht das kleinste Fusselchen oder Härchen darauf zu erkennen. Ich konnte das alles irgendwie nicht greifen und auch nicht einordnen. Etwas war sonderbar, aber warum sollte das beunruhigend sein? Ich hatte eine sehr geile, einsame Frau getroffen, die hier mehr oder weniger auf dem Land lebte und keine Bekanntschaften hatte.
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