Die Bank am Wanderweg

Graues Schamhaar – Teil 1

68 11-18 Minuten 1 Kommentar
Die Bank am Wanderweg

Die Bank am Wanderweg

Jo Diarist

All das verriet er, ohne sich dessen richtig bewusst zu werden. Es wirkte befreiend darüber zu sprechen und erzeugte umgehend eine gewisse Leere, als sich die Unbekannte erhob.
„Ich muss jetzt weiter, sehen wir uns morgen wieder?“, fragt sie und sucht den Blickkontakt.
Helge steht immer noch neben sich und nickt nur.
„Um die gleiche Zeit, hier auf der Bank?“
Wieder nur ein unsicheres Nicken.
Die Sandalen in der Hand, tapst die Unbekannte zurück auf den Weg.
„Bis morgen“, verabschiedet sie sich unter einem fröhlichen Lächeln.

Eine halbe Stunde später sitzt Helge immer noch auf der Bank und versucht zu realisieren, was geschehen war. Vielleicht war das alles nur ein Tagtraum sinniert er und tritt den Heimweg an.

Der nächste Morgen findet ihn am gleichen Fleck. Auch wenn es nur ein Traum war, vielleicht kann er ihn ja weiterträumen, sagt er sich und ist schon weit vor der vereinbarten Zeit vor Ort.
Es bleibt keine Illusion. Auch dieser Tag bringt die Unbekannte und einen regen Austausch.
Also, von seiner Seite her. Von ihr weiß er am Ende noch nicht einmal den Namen.

So auch am dritten Tag. Und wieder rückt die Unbekannte dicht an ihn heran. Diesmal legt sie sogar ihre Hand auf seinen Oberschenkel und streichelt ihn zart.
Helges Verunsicherung steigert sich enorm, und auch wenn er diese Berührungen genießt, kann er nichts von all dem einordnen. Warum er? Weshalb geht diese junge Frau so vertraut mit ihm um?
Sie ist sich offensichtlich der Wirkung ihrer Handlungen bewusst, das kann er gut in ihren Blicken ablesen.
Seine inneren Ängste raten ihm zu fliehen. Der Verstand fordert ihn auf, sie um Aufklärung zu bitten. Das geschmeichelte Ego will nur genießen. Schon lange hat er sich innerlich nicht so befreit gefühlt.
Sein Atem stockt, als sich die zarte Hand am Hosenbund zu schaffen macht.
Sie blickt zum Waldrand dabei und plaudert über Belangloses.

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Da bin ich aber gespannt wie es weitergeht. Das kann sich ja in alle Richtungen entwickeln. Und schön geschrieben überdies!

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