Die Belohnung des Ritters

Barbesuch - Teil 2

9 12-19 Minuten 0 Kommentare
Die Belohnung des Ritters

Die Belohnung des Ritters

Alnonymus

So unterhalten wir uns jetzt zum Abschluss ebenso locker, wie gestern Abend in der Bar, wo alles begonnen hat. Natürlich helfe ich ihr anschließend noch, den Tisch abzuräumen, bevor sie mich mit ihrem Jaguar zurück zum Parkplatz der Bar fährt, wo mein Fahrrad hoffentlich noch angekettet steht. Während der Fahrt hängen wir beide unseren Gedanken nach. Das war also mein erster One-Night-Stand, schießt es mir durch den Kopf. Nein, es war mehr, es war tatsächlich der beste Sex meines Lebens. Claudia hat die Messlatte ganz schön hochgelegt. Offen gesagt, bin ich traurig, dass es vorbei ist, aber so muss das wohl sein. Überhaupt, wie verabschiedet man sich eigentlich nach so einem geilen One-Night-Stand, ohne dass man sich bis auf die Knochen blamiert?

Erst als Claudia den Motor abstellt, registriere ich, dass wir angekommen sind. Nein, eine Berührung oder gar einen Kuss kann es nicht geben, dann würde es nur noch schwerer werden. „Also, ich wünsche dir einen schönen Tag … und vielleicht sieht man sich ja irgendwo mal wieder“, versuche ich, mir ein Lächeln abzuringen. „Dir auch einen schönen Tag“, lächelt Claudia, während ich bereits die Beifahrertür öffne. „Warte“, hält mich ihre Stimme zurück, „kennst du die Alibi-Bar in der Kaiserstraße?“ „Ja, die kenne ich“, gebe ich zögernd zurück. „Gut“, nickt meine Fahrerin, „ich werde dort heute um acht einen Drink nehmen. Und nach der Erfahrung von gestern Abend, benötige ich sicherlich einen Bodyguard. … Hast du Zeit?“ Ich bin platt, damit hätte ich niemals gerechnet. „Natürlich habe ich Zeit“, gebe ich reflexartig zurück. „Perfekt“, nickt Claudia, „und ruh‘ dich heute aus, du weißt ja, wie edle Ritter von mir belohnt werden. … Es wird eine lange Nacht.“ „Natürlich“, grinse ich sie breit an, bevor ich aussteige. Immer noch nicht so recht begreifend, was passiert ist, schaue ich dem davonfahrenden Oldtimer nach, bis er aus meinem Blickfeld verschwunden ist. Tja, dann wird es wohl nichts, mit deinem ersten One-Night-Stand, lächle ich versonnen in mich hinein.

Ach ja, die heimliche Affäre mit meiner geilen Architektin, sollte übrigens noch bis zum Abschluss meines Studiums dauern. Erst als ich meine erste Arbeitsstelle in einer anderen Stadt antrete, endet unsere Beziehung. Natürlich gibt es danach andere, wunderbare Frauen in meinem Leben, und inzwischen bin ich schon lange glücklich verheiratet, doch vergessen habe ich Claudia nie.  

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 494

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben